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Auslegung Bebauungspläne Gewerbefläche nördlich Quitzowstraße

Das Bezirksamt Mitte legt drei Bebauungsplan-Entwürfe für die Gewerbefläche zwischen Quitzowstraße 23 einschließlich Deportationsrampe als östliche Grenze und Quitzowstraße 56 als westliche Grenze aus.

  • Der Geltungsbereich des Bebauungsplans II-184 umfasst die Fläche östlich des Grundstücks Quitzowstraße 23, die Grundstücke Quitzowstraße 23-33, eine Teilfläche des ehemaligen Bahngeländes südlich der Ellen-Epstein-Straße sowie Teilflächen der Ellen-Epstein-Straße und der Quitzowstraße.
  • Der Geltungsbereich des Bebauungsplans II-185 umfasst die Grundstücke Quitzowstraße 36, 38, 40, 45-47 und 50 sowie Teile der Ellen-Epstein-Straße und der Quitzowstraße im Bezirk Mitte, Ortsteil Moabit.
  • Der Geltungsbereich des Bebauungsplans II-186 umfasst die Grundstücke Quitzowstraße 51-52 und 54-56 sowie Teile der Ellen-Epstein-Straße und der Quitzowstraße im Bezirk Mitte, Ortsteil Moabit.

Die Geltungsbereiche der drei B-Plan Entwürfe

Ziel der Bebauungspläne ist es, die Voraussetzungen für den Erhalt und die bestandsorientierte Weiterentwicklung der innerstädtischen Gewerbestandorte zu schaffen und Planungs­sicherheit für bestehende gewerbliche Nutzungen und Betriebe sowie für das Gebiet zukünftig Nutzende herzustellen.

Durch die Herstellung einer städtebaulichen Ordnung des Plangebietes sollen Impulse und Synergieeffekte entstehen, die zu einer nachhaltigen Sicherung des Gewerbestandortes führen. Daneben soll der im Rahmen des Integrierten Standortmanagements erzielte Kompromiss zwischen den beteiligten Firmen und der Verwaltung weitestgehend planungs­rechtlich gesichert werden.

Mit der Einschränkung des Gewerbegebietes durch den Ausschluss bestimmter gemäß § 8 BauNVO (Baunutzungsverordnung) allgemein bzw. ausnahmsweise zulässiger Nutzungen sollen die planungs­rechtlichen Voraussetzungen zur Erhöhung des Anteils an kleinteiligem, produzierendem Gewerbe und Dienstleistungen geschaffen werden. Der bestehende Einzel­handel (LIDL Markt) in der Quitzowstraße ist von diesem Ausschluss nicht betroffen. Zugleich werden so die Beeinträchtigungen für die im gemischten Gebiet befindlichen Wohngebäude südlich der Quitzowstraße reduziert und die Zentrenstruktur geschützt.

Innerhalb des Gewerbegebietes erfolgt eine flächenmäßige Festsetzung des Nutzungsmaßes. Das Nutzungsmaß wird mit einer Grundflächenzahl (GRZ) von 0,8 und einer Geschoss­flächen­zahl (GFZ) von 2,4 bei einer maximal zulässigen Ober­kante baulicher Anlagen von 48 m über NHN (entspricht ca. 13 m über dem Gehweg Quitzow­straße) festgesetzt. Das Gewerbe­gebiet ist innerhalb der Bau­grenzen unter Berück­sich­tigung der nachbar­schaftlichen und bauordnungs­rechtlichen Vorgaben in der vollen Tiefe überbaubar. Zur Entwicklung eines der Nutzung als Gewerbe­gebiet angemes­senen Land­schafts- und Orts­bildes und um den Umwelt- und Natur­schutz­belangen gerecht zu werden, wird die Pflanzung von Bäumen auf den Grund­stücken, Dach- und Fas­saden­begrün­ungen festgesetzt.

Der an der Ellen-Epstein-Straße befindliche Gedenkort wird in seiner der­zeitigen Ausprägung planungs­rechtlich gesichert. Das dazu­gehörige Flächen­denkmal wird nachrichtlich übernommen. (s. B-Plan ii-184)

Die Bebauungsplanentwürfe sind in der Zeit vom 19. Oktober bis einschließlich 19. November 2020 im Internet unter http://www.berlin.de/bebauungsplaene-mitte sowie der Beteiligungs­platt­form http://mein.berlin.de veröffentlicht. Darüber hinaus haben Sie nach vorheriger Termin­vereinbarung die Möglichkeit, die Unterlagen im Bezirksamt Mitte von Berlin, Stadt­entwicklungs­amt, Fach­bereich Stadt­planung, Müllerstraße 146, 13353 Berlin, 1. Etage, Zimmer 166, einzusehen. Zur Termin­ver­einbarung nutzen Sie bitte die E-Mail-Adresse stadtplanung@ba-mitte.berlin.de oder die Telefonnummern (030) 9018-45838.

Ihre Stellungnahme können Sie u. a. vor Ort, formlos per Post an das Bezirksamt Mitte von Berlin, Fachbereich Stadtplanung, 13341 Berlin, per E-Mail an stadtplanung@ba-mitte.berlin.de oder über das auf der zum jeweiligen Bebauungsplan zugehörigen auf der Website befindliche Onlineformular abgeben.

2 Kommentare auf "Auslegung Bebauungspläne Gewerbefläche nördlich Quitzowstraße"

  1. 1
    H. E. says:

    Zitat aus obigem Artikel:
    “ … sollen die planungs­rechtlichen Voraussetzungen zur Erhöhung des Anteils an kleinteiligem, produzierendem Gewerbe und Dienstleistungen geschaffen werden. … Zugleich werden so die Beeinträchtigungen für die Wohngebäude südlich der Quitzowstraße reduziert und die Zentrenstruktur geschützt.“

    Sieh an: „kleinteiliges Gewerbe und Dienstleistungen“ und „schützen der Wohngebäude südlich der Quitzowstraße“.
    Sollten etwa die Abt. Stadtentwicklung und ihr Stadtrat Ephraim Gothe (SPD) inzwischen begriffen haben, dass solche Kolosse wie der Hamberger Großmarkt, den sie damals gegen die Meinung vieler Bewohner und der Bürgerinitiative Siemensstraße genehmigt haben, dort in der Gegend nichts zu suchen haben?
    Falls ja, herzlichen Glückwunsch, Herr Stadtrat!

    Zur Erinnerung:
    Dort, wo 130 Pappeln standen, wo die Güterbahnhofgleise und -rampen waren und wo jetzt Hamberger steht, war ursprünglich sogar mal ein Park geplant. Da das nicht mehr sein sollte, hatte die Bürgerinitiative Siemensstraße vorgeschlagen, statt der Hamberger Betonbude entlang der Ellen-Epstein-Straße Büro- und Kleingewerbeflächen und zur Siemensstraße hin Wohnungen zu bauen oder wenigsten den Hamberger 10 bis 15 Meter von der Straße für einen Grünzug abzurücken. Gescheitert sind damals alle Bemühungen an der Deutschen Bahn, die das Grundstück an Hamberger verkaufen wollte, und an der CDU und der SPD, weil diese in der BVV für Hamberger gestimmt haben.

    Eines habe ich daraus gelernt: Man sollte Politiker so etwas nie allein entscheiden lassen und man sollte ihnen auf die Füsse treten, wenn man etwas erreichen will. Das hat ja schon Klara Franke gesagt.

  2. 2
    Andreas Szagun says:

    Wiederholungen machen nichts richtiger. Für den oben dargestellten Bereich war immer schon – seit der ersten Frühzeitigen Bürgerbeteiligung 1998 – kleinteiliges Gewerbe vorgesehen, mit Hilfe des „Integrierten Standortmanagements“ sollten kleine Betriebe auf dem wild gegliederten Grundstück (was die Grundstücksgrenzen angeht) vor Verdrängung geschützt und örtliche Arbeitsplätze erhalten werden. Dieser Geländeteil war immer schon in Bahneigentum, aber wenig für Bahnzwecke genutzt, hier waren allerdings zum Teil Kunden der Bahn angesiedelt. Ganz anders sah die Situation auf der „Hamberger-Ecke“ aus: Dort befanden sich großflächige Betriebsanlagen, in diesem Falle Ladestraßen, und kein Gewerbe.

    Die Bundesbahn/Reichsbahn bzw. später die Deutsche Bahn waren von der Bundesregierung angehalten worden, für Betriebszwecke nicht mehr benötigtes Gelände möglichst hochpreisig zu verkaufen, um das bis anhin aufgelaufene Defizit von Bundesbahn und Reichsbahn zu verringern. Baustadtrat Horst Porath (übrigens SPD) hatte damals planungsrechtlich gegen das von der Bahn verfolgte Interesse, die Flächen selbst zu entwickeln und höchstmöglich auszunutzen, erfolgreich angekämpft.

    Soweit mir bekannt ist, dürfen wegen des Tanklagers im Westhafen nördlich der Siemensstraße gar keine Wohnungen gebaut werden.

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