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Vor dem Rathaus in Moabit: open air für die Rechte der Frauen!

Am Samstag, den 7.3.2020, einen Tag vor dem Internationalen Frauentag, hat der graue Vorplatz des Rathauses Tiergarten Farbe gesehen, vor allem lila! Organisiert vom Frauenverband Courage e.V. in Berlin- Mitte traf sich eine bunte Truppe von jüngeren und älteren Frauen, auch einigen Kindern und – jawohl -Männern! Kinder verschönerten mit Straßenkreide das Pflaster.

Dabei waren, teilweise erstmals: Courage, Feministische Partei-DIE FRAUEN, MLPD, Koreaverband Deutschland, Terre des Femmes, eine Selbstverteidigungsschule für Frauen und Mädchen – und viele Einzelpersonen und PassantInnen. Alle sind im Kiez aktiv oder ansässig. An den aufgebauten kleinen Infotischen wurde teilweise rege diskutiert. Es war ein schönes, gleichberechtigtes Miteinander. Wir wollen weiterhin in Kontakt bleiben und zusammenarbeiten. Warum der SPD-Ortsverein seine kleine Rosenaktion in einiger Entfernung machte statt mit uns gemeinsam, blieb nebulös. Sie sagten: „ Das schaffen wir nicht…“. Wir hatten uns vorher um eine Zusammenarbeit bemüht.

Wir freuen uns, dass wir diesmal wirklich eine Aktionseinheit hingekriegt haben, die aber noch ausbaufähig ist. Die einzige openair-Aktion im ganzen Bezirk Mitte zum Internationalen Frauentag, alles selbst organisiert. Wir bekamen auch einen Zuschuss von der Stadtteilkasse Moabit West.

  • In diesem Jahr wollten wir, angesichts des Erstarkens faschistischer, reaktionärer Parteien und Kräfte ein deutliches Zeichen dagegen setzen! Und das ist gelungen. Wir sammelten etliche Unterschriften für die „Erfurter Erklärung“ vom Frauenpolitischen Ratschlag letztes Jahr.
  • Schon allein unsere tolle internationale Zusammensetzung hat gezeigt: Wir lassen uns nicht nationalistisch spalten, wir wohnen, leben, arbeiten zusammen. Wie jedes Jahr begrüßten wir alle in verschiedenen Sprachen, von portugiesisch über italienisch bis arabisch.
  • Drei Frauen, die aus Syrien geflohen sind und eine Frau von Courage prangerten die Situation der Geflüchteten in den menschenunwürdigen Camps und an der griechisch-türkischen Grenze an. Besonders leiden dort Frauen und Kinder.
  • Gewalt gegen Frauen – weltweit ist oder war jede dritte Frau davon betroffen: Die Freundin des Koreaverbandes sprach über die furchtbaren Verbrechen an koreanischen Frauen, die als Sexsklavinnen im zweiten Weltkrieg misshandelt wurden. Nach Jahrzehnten wird dank mutiger Frauen und der Arbeit des Verbandes endlich an der Aufklärung gearbeitet und Wiedergutmachung gefordert.
  • Der Bericht einer Aussteigerin aus der Prostitution, verlesen durch eine Frau der Feministischen Partei, hat uns darin bestärkt, die sogenannte „Sexarbeit“ als Missbrauch an Körper und Seele abzulehnen.
  • Es gab Beiträge von Terre des Femmes über ihren Einsatz für Frauen, die von Gewalt bedroht sind, zur Umweltfrage, über die Situation als Frau und Gewerkschafterin in einem (Männer)- betrieb, von einer behinderten Frau, über die Geschichte des 8.März, die Ziele von Courage und anderes mehr.
  • Die kleine Pantomime / Performance „ Entwicklung“ zeigte, wie sich ein Mädchen, später Frau, aus Rollenklischees befreit und für wirkliche Gleichberechtigung eintritt.
  • Das wunderschöne, aus der amerikanischen Arbeiterinnenbewegung von 1912 stammende Lied „Brot und Rosen“ machte allen klar, wie lange die Frauenbewegung für elementare Rechte und Gleichberechtigung kämpft: „Her mit dem ganzen Leben! Brot und Rosen!“
  • Selbstbewusstsein und Selbstbehauptung ist für Mädchen und Frauen wichtig gegen Anmache und körperliche Bedrohung. In diesem Sinne übte Susi mit allen, die wollten Selbstverteidigungsbewegungen ein zu Tanzmusik. Toll und wichtig!
  • Zu guter letzt: Der Tanz „One billion rising“, angeleitet von der 9 jährigen Nachwuchscourage-„frau“ Dima. Gemeinsam tanzen macht Spaß, vielleicht nächstes Jahr mehr davon.

Text und Fotos: Courage Berlin Mitte

Ein Kommentar auf "Vor dem Rathaus in Moabit: open air für die Rechte der Frauen!"

  1. 1
    Moabiterin says:

    Noch eine tolle Aktion der Courage-Frauen in Moabit. Sie nähen Mundschutze, die für 5 Euro verkauft werden, der Erlös geht an das Projekt „OXI- Lesvos resits Corona“ über Solidarität International:
    https://www.fvcourage.de/index.php?option=com_content&view=article&id=1084:c-berlin-projekt-lesbos-tagx-04-20&catid=36:vor-ort&Itemid=41

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