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Architekturwettbewerb für Berliner Stadtmission entschieden

Neues Veranstaltungszentrum und Stadtteilzentrum Moabit-Ost an der Seydlitzstraße

Sieben Architekturbüros hatten ihre Entwürfe für den Realisierungswettbwerb zum ersten Bauabschnitt auf dem Zentrum am Hauptbahnhof der Berliner Stadtmission sowie einen städtebaulichen Ideenteil für den zweiten und dritten Bauabschnitt nach einer europaweiten Ausschreibung eingereicht. Die hochkarätig besetzte Jury vergab am vergangenen Freitag im Saal des Neuköllner Sharehaus Refugio drei Preise. Verwirklicht werden soll der Siegerentwurf von Sauerbruch Hutton Gesellschaft von Architekten mbH. Alle eingereichten Entwürfe sind bis zum 14. Dezember in den Gängen des Verwaltungsgebäudes der Stadtmission, Lehrter Straße 68, ausgestellt – Öffnungszeit: mo – fr, 8 – 18 Uhr. Sie können bei Interesse jederzeit vorbeikommen und sich informieren.

Veranstaltungs- und Kongresszentrum mit aufgesetzter Büro- und 2 Wohnetagen (links) und Stadtteilzentrum (rechts) von Süden gesehen. Visualisierung: © Sauerbruch Hutton Gesellschaft von Architekten

Vorgesehen ist der Abriss des niedrigen dreigeschossigen früheren Senioren­wohn­hauses an der Seydlitz­straße 21 bis zum Treppen­haus der Seydlitz­straße 22. Entstehen soll dort ein Veran­staltungs- und Kongress­zentrum mit Tagungs­­bereich, großem Festsaal, Seminar­­räumen sowie Vor­bereitungs­­küche etc., ein „Regel­geschoss“ mit Büro- und Verwaltungs­räumen, ein „Regel­geschoss“ für Soziales Wohnen und ein „Regel­geschoss“ für Soziales Wohnen mit Schwer­punkt Mikro­wohnungen sowie ein Stadtteil­zentrum für bezirk­liche Nutzungen. Der Baubeginn für diesen ersten Bau­ab­schnitt wird zurzeit auf 2020, die Fertigstellung auf 2022 geschätzt. Der im vergangenen Jahr vorgelegte Master­plan sieht für die kommenden Jahrzehnte weitere große Bauvorhaben sowie eine zentrale Kapelle auf dem Gelände vor, die die Geschossflächenzahl etwa um das zweieinhalbfache erhöhen werden. Für die weitere Umsetzung wird jedoch zunächst ein Bebauungsplan erarbeitet werden.

Bei der gestrigen Pressekonferenz wurden neben dem Siegerentwurf von Sauerbruch Hutton Architekten (mit Dernbach GmbH und Drees & Sommer) der zweite und dritte Preis von Weinmiller Architekten (mit Ingenierbüro PGH Becker Huke Hoffmann) und von e2a Architekten (mit EPB Schweiz AG und Till Rehwaldt Landschaftsarchitekten) gezeigt.

Vorstandsmitglied Martin Zwick erklärte, dass der Aspekt des nachhaltigen Bauens ein wichtiger Entscheidungsgrund war. Das Gelände, das die Stadtmission seit 2.000 mehr und mehr in Besitz genommen hat, biete viele Möglichkeiten der Stadtentwicklung.

Visualisierung einzelner Innenräume, © Sauerbruch Hutton Gesellschaft von Architekten

 

Foto von Louisa Hutton, Konrad Opitz und Matthias Sauerbruch

Louisa Hutton, Konrad Opitz und Matthias Sauerbruch, Foto: Jürgen Schwenzel

Matthias Sauerbruch erklärte den Entwurf von Konrad Opitz aus seinem Architekturbüro. Zwei Institutionen, das Stadtteilzentrum für Moabit-Ost und das Tagungszentrum der Berliner Stadtmission mussten einerseits zusammen­gefügt anderer­seits aber auch im Betrieb funk­tional getrennt werden. Das ist architek­tonisch mit den verschiedenen Eingangs­bereichen umgesetzt: das Stadtteil­zentrum hat den Haupteingang an der Seydlitz­straße, der des Tagungs­zentrums liegt gegenüber des Eingangs des Jugend­gäste­hauses und ist mit diesem funktional verbunden, wie auch der im Unter­geschoss liegende Catering­bereich unter­­irdisch mit der Küche des Gäste­hauses, was eine Vorgabe der Aus­schrei­bung war, die in allen Entwürfen umgesetzt wurde. Der Festsaal liegt im 2. Ober­geschoss des Tagungs­zentrums und hat einen großzügigen verglasten Vorplatz mit Zugang zur Außenterrasse auf dem Dach des Nachbarschafts­zentrums. Orientiert sind die Gebäude zum Innenbereich nach Süden, wo eine großzügige Freitreppe auf die Terrasse einlädt. Die Nachhaltigkeit des Entwurfs ergibt sich aus dem dreigeschossigen Aufbau in Holzbauweise für Büros und Wohnungen auf dem großen Festsaal.

Pfarrer Joachim Lenz ergänzt, dass seiner Meinung nach dieser Entwurf besonders geeignet ist, die verschiedenen Welten, die sich bereits jetzt auf dem Stadtmissionsgelände befinden mit der größten Notübernachtung der Berliner Kältehilfe, dem Haus Leo zur Unterbringung geflüchteter Familien, Straf­fälligen­hilfe und vielen anderen  Projekten, besonders gut zusammenzubringen. Die Offenheit ins Gelände hinein und die Kommunikation auf der Terrasse haben besonders überzeugt.

Hier noch der Link zu einem kurzen Ausschnitt aus der gestrigen Berliner Abendschau (1 Woche im Netz). Die Ausstellung ist ausnahmsweise auch täglich im Veranstaltungskalender angezeigt.

Zum Hintergrund:
Im Mai 2017 informierte Martin Zwick bei der Betroffenenratssitzung in der Lehrter Straße über den Masterplan zur langfristigen Entwicklung des Stadtmissionsgeländes. Der Plan wurde im Juni 2017 beim Stadtentwicklungsausschuss der Bezirksverordnetenversammlung Mitte vorgestellt und enthält als wichtigen Baustein das Stadtteilzentrum. Das Bezirksamt Mitte hat im März 2018 die Umsetzung des Konzepts „Stadtteilzentrum Bildungs- und Kulturbrücke Lehrter Str./Seydlitzstr.“ beschlossen, für das etwa 4,6 Mill. Euro an Baukosten aus dem „Investitionspakt soziale Integration im Quartier“ getragen werden.

Unterlagen, Präsentationen, Pläne, Protokolle zu den jeweils aktuellen Planungen können auf der Lehrter-Straßen-Webseite eingesehen werden:
https://lehrter-strasse-berlin.net/lokale-planungen#BerlinerStadtmission

Ein Kommentar auf "Architekturwettbewerb für Berliner Stadtmission entschieden"

  1. 1
    Zeitungsleser says:

    noch ein paar Einzelheiten zur Verbindung von Sauerbruch Hutton mit der Stadtmission aus der B.Z. von gestern:
    https://www.bz-berlin.de/berlin/mitte/berlin-bekommt-neues-zuhause-fuer-obdachlose

    …. und eine kurze Meldung im Tsp. – mit der ebenso unzutreffenden Überschrift:
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/berlin-moabit-neues-heim-fuer-obdachlose-an-der-lehrter-strasse/23693112.html

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