So können Sie mitmachen!

Antifaschistische Kundgebung – Gegen die Instrumentalisierung des Erinnerns

27.05.2024 18:00 Uhr
Mahnmal Levetzowstraße
Levetzowstraße 7-8, 10555 Berlin

Am 13. Mai beschmierten Unbekannte das Depor­tations­denk­mal in der Levetzow­straße mit anti-Israelischen Parolen. Der Moabiter Verein „Sie waren Nachbarn“ machte die Beschä­digung öffentlich.

Die Tat, die eine Verbindung des Denkmals für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus mit einer Parole im Kontext des aktuellen Krieges Israels gegen die Hamas im Gaza herstellt, verurteilen wir deutlich als einen Angriff auf das Gedenken. Das Denkmal wurde nicht zufällig ausgewählt. Wenn vorgegeben wird, Israels Vorgehen kritisieren zu wollen, aber ein Denkmal für im NS deportierte Jüdinnen*Juden beschädigt wird, dann handelt es sich um nichts anderes als Antisemitismus. Dieser Angriff reiht sich ein in eine Vielzahl von Vorfällen im Kontext des Krieges, die sich gegen Orte jüdischen Lebens und Gedenkorte oder -tage der NS-Judenvernichtung richteten. Alleine in Berlin kommt es seit einigen Monaten vermehrt zu antisemitischen und anti-Israelischen Aktionen. Am Jahrestag der Auschwitz-Befreiung im Januar 2024 veranstalteten palästina-solidarische Gruppen in Berlin-Mitte eine Kund­gebung, bei der es zu Gleich­setzungen der Juden­vernichtung im NS mit dem militärischen Vorgehen Israels kam.

Bereits November 2023 wurde im Tiergarten ein Schaukasten zu jüdischem Leben im Bezirk gezielt zerstört und in Brand gesetzt. Bundesweite Bekanntheit erlangte auch der Brand­anschlag auf die Synagoge des Vereins Kahal Adass Jisroel in Mitte im Oktober 2023. Eine Mitte Mai eröffnete Ausstellung am Bebelplatz, die auf das Schicksal der 132 am 7. Oktober entführten Geiseln aufmerksam macht, bestand keine 24 Stunden, bevor sie mit roten Dreiecken und Parolen beschmiert wurde.

Als Anti­faschistinnen sind wir besorgt über den alarmierenden Anstieg anti­semitischer Gewalt seit dem Hamas-Massaker im Oktober letzten Jahres. Wir stehen soli­darisch an der Seite der bedrohten Jüdinnen*Juden und verwehren uns gegen jede Instru­men­talisierung und jeden Angriff auf die Erinnerung an die Verbrechen des Nazi-Regimes.

Deshalb rufen wir am Montag, den 27. Mai 2024 ab 18 Uhr zu einer anti­faschi­stischen Kund­gebung am Denkmal in der Levetzowstraße auf.
Gegen jeden Antisemitismus!

Antifaschistisches Bündnis zum Gedenken an die November Pogrome in Berlin zusammen mit VVN-BDA und Sie waren Nachbarn