So können Sie mitmachen!

Performative Intervention in der Ausstellung "Processing:Moabit"

22.05.2019 18:00 Uhr
Galerie Nord – Kunstverein Tiergarten
Turmstraße 75 10551 Berlin

Der Kunstverein Tiergarten lädt Sie im Rahmen seiner aktuellen Ausstellung „Processing:Moabit“ herzlich zu zweieinhalb Veranstaltungen in die Galerie Nord ein:

Mi 22.5., 18 Uhr
Performative Intervention
mit Elisa Duca und Robin Detje
Erneut werden die Künstler*innen die Installation „Processing:Moabit“ mit in Moabit gesammelten Objekten live weiterentwickeln.

Sa 25.5., 16 Uhr
Mädchenchor „Levetzowgirls“
Ein Chor geflüchteter Mädchen aus Afghanistan, Syrien und dem Irak übernimmt die Installation.
Die Levetzowgirls sind eine Gruppe von 15 neu zugewanderten Mädchen mit Fluchterfahrung zwischen 10 und 19 Jahren, die mit Liedern aus aller Welt auftreten. Sie haben sich vor drei Jahren in der Notunterkunft in der Levetzow-Straße kennengelernt und seitdem ein großes Repertoire an Musikstücken einstudiert. Speziell für die Ausstellung haben sie mit den Künstler*innen eine Intervention vorbereitet, bei der sie unter anderem auf Arabisch, Kurdisch und Farsi singen.

So 26.5., 8-18 Uhr
Demokratieperformance
Die Installation wird zum Wahllokal für die Europawahl.

Ausstellung noch bis 1. Juni 2019, Di-Sa 13-19 Uhr



Processing:Moabit

Nichts bleibt, wie es ist. Kein Ding bleibt an seinem Ort. Kein Mensch bleibt an seinem Ort. Es gibt keinen Stillstand, es gibt keine Reinheit. Und es gibt keine Grenzen. Wenn ich meine Hand auf die Tischplatte lege, gehen ein paar Atome meiner Haut in die Tischplatte über und ein paar Atome der Tischplatte in meine Haut. Dass ich nicht zu Holz werde und die Tischplatte nicht zum Menschen, ist vielleicht eher Zufall.
Unsere performative Installation hebelt diese Normalität aus. In Moabit gesammelte Dinge, unterfüttert von in Moabit gehörten Geschichten, werden neu gemischt. Nach neuen Regeln, die sich täglich ändern können. Eine Welt des Wahns, vielleicht. Entgrenzung, Regellosigkeit, Unsinn. Sinnentleerung, Sinnumschichtung. Produktion von neuem Sinn durch Unsinn. Eine Gegenwelt entsteht, immer noch Spiegel des Moabiter Alltags, aber unbewohnbar. Es sei denn, man findet andere Kriterien, andere Methoden, sich dort einzuleben und diese Welt zu nutzen.
Die Objekte, aus denen unsere Installation besteht, kommen aus vielen verschiedenen Welten, die alle nebeneinander existieren. Die Menschen, die sie benutzen, sprechen verschiedene Sprachen. Wir mischen ihre Dinge. Wichtig ist für uns dabei der Begriff der „Kreolisierung“. Er bezeichnet eine „fröhliche Praktik der Verpflanzung“, die Widersprüche und Gegensätze positiv besetzt.   Elisa Duca u. Robin Detje


Weitere Veranstaltungen:

Fr 31.5., 19 Uhr
Finissage
mit performativer Intervention