So können Sie mitmachen!

Berlin Babylon – kostenfreies Quartierskino

13.11.2019 18:00 Uhr
Filmrauschpalast in der Kulturfabrik Moabit
Lehrter Straße 35 10557 Berlin

Du bist deine Stadt! Im kostenlosen Quartierskino zeigt das Quartiersmanagement (QM) Moabit-Ost zusam­men mit dem Filmrauschpalast zwei Filme. Über ein öffentliches Abstimmungsverfahren wurden „Berlin Babylon“ und „Mietrebellen – Widerstand gegen den Ausverkauf der Stadt“ ausgewählt.

Berlin Babylon
Ein Dokumentarfilm von Hubertus Siegert | D 2001 |  88 Min.

Berlin nach der Maueröffnung.
Sichtbar zeigt die Stadt die Spuren der Leere, die Narben und Verschorfungen, die Krieg und Nach­kriegszeit, die die Geschichte des 20. Jahr­hunderts hinterlassen haben. In der Situation des Umbruchs scheint alles offen und möglich zu sein. Die Bauleute machen sich an die Arbeit.

Berlin Babylon erzählt von der Melancholie einer Stadt, die ihre zerstörte Struktur mit aller Macht zurückgewinnen, die Schatten der Vergangenheit überwinden will. Was soll Bestand haben? Was wird abgerissen, was neu gebaut? Aus allen Himmels­richtungen nähert sich die Kamera der Stadt, taucht ein in die Straßenschluchten, verweilt in den Hinterhöfen, schwingt sich über gigantische Neubauten. Wo eben noch geheimnisvolle Leere war, herrscht rastloser Baubetrieb. Wo gerade noch Gebäude standen, gähnt neue Leere. Dann ragen auch hier die Kräne in den Himmel.

Wir erleben die Protagonisten des Umbaus: prominente Architekten wie Axel Schultes, Renzo Piano, Josef P. Kleihues und Rem Koolhaas. Bauherren, Politiker, Stadtplaner und Arbeiter. Anstelle von Interviews und Statements zeigen Körpersprache, Mimik und Fragmente von Gesprächen die Protagonisten bei ihrer Arbeit, in ihrem sozialen Raum, auf Baustellen und Richtfesten; das komplexe Gefüge der Hierarchie, die Konzepte, den Widerstreit, die Suche. Aus ungewöhnlichen Blickwinkeln, in genau beobachteten Szenen des Planens und Bauens, in spektakulären Aufnahmen zeigt Berlin Babylon die Kontraste einer Stadt im Umbau, zwischen der Angst vor der Leere und der Vollendungssucht. Ein Film über die hoffnungslose Bauwut, die in den Himmel wächst und seltsam flach und mittelmäßig bleibt, über die verführerische Faszination und prosaische Brutalität des Bauens. Die babylonische Zivilisationsfabel scheint in der wiedervereinten Metropole an der Schwelle zum 21. Jahrhundert fortzuleben. Der Aufbruch wird zu Stein.

Berlin Babylon entstand als reine Kinoproduktion ohne Fernsehbeteiligung zwischen 1996-2000. Gedreht wurde auf 35mm, die Kamera führten Ralf K. Dobrick und Thomas Plenert, montiert wurde der Film von Anne Schnee und Wenders-Cutter Peter Przygodda. Die Filmmusik von Berlin Babylon wurde von der legendären Berliner Band Einstürzende Neubauten komponiert und eingespielt – der erste erste komplette Soundtrack der Band zu einem Kinofilm beigesteuert haben.

Ausfühliche Beschreibung auf der Website des Films hier.

Eintritt frei, sowie ein Getränk und ein Snack pro Person.
Vor Beginn des Films informiert das QM Moabit Ost über seine Arbeit.

 


Die Vorführung des Films „Mietrebellen – Widerstand gegen den Ausverkauf der Stadt“ findet am 19. November, 18 Uhr statt.