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Gedenken an die Reichspogromnacht – 09. November

09.11.2018 17:00 Uhr

Demo-Banner9. November 2018 – Gedenken an die Novem­­ber­­pogrome 1938 und Demonstration gegen den Neonazi-Aufmarsch am Hauptbahnhof

Am Freitag den 9. November jähren sich die Novem­ber­pogrome von 1938 zum achtzigsten mal. Im gesamten Deutschen Reich wurden Jüdinnen und Juden verschleppt, vergewaltigt, inhaftiert und ermor­det. Jüdische Geschäfte, Woh­nungen, Gemeinde­häuser und Syna­gogen wurden geplündert, zerstört und in Brand gesteckt. Auf den Straßen brach sich der gewalt­tätige deutsche Anti­semi­tismus Bahn, der staatlich angestoßen und koordiniert wurde. Die nicht-jüdische Bevöl­kerung beteiligte sich aktiv an dem Pogrom oder stimmte mit ihrem Schweigen zu.

In diesem Jahr wollen zum gleichen Datum hunderte Neonazis, Rassist*innen und Revisionist*innen vom Hauptbahnhof aus durch das Berliner Regierungs­viertel ziehen und diesen Tag des Geden­kens für ihre rassis­tischen und anti­semi­tischen Zwecke nutzen.

Wir wollen uns an dem Abend des 9. Novembers weder Ort noch Zeit für ein ange­mes­senes Gedenken nehmen lassen. Wie auch in den vergangenen Jahren, werden wir ab 17 Uhr eine Gedenk­kund­gebung am Mahn­mal für die depor­tieren Berliner Jüdinnen*Juden in der Levetzowstraße abhalten. Dort sprechen neben u.a. einer musikalischen Beglei­tung die Zeit­zeugen Marian Kalwary und Horst Selbiger.

Im Anschluss zieht unsere anti­faschis­tische Demon­stration durch Moabit zum Berliner Haupt­bahnhof, um sich entschlossen den Neonazis entgegen zu stellen. Wenn wir am 9. November an die Pogrome von 1938 erinnern, heißt das, dass wir ihrer Opfer gedenken, ihnen Namen und Geschichten geben. Es heißt auch, dass wir anti­faschistisch wachsam sind gegenüber einer Gesell­schaft, deren autoritäre und Ressentiment geladene Tendenzen wieder offen zu Tage treten. Mit unseren Protesten stehen wir ein, gegen die heutigen antisemitischen und rassistischen Zustände und gegen eine deutsche Gedenkpolitik und Gesellschaft, die solche rechte Aufmärsche erst ermöglicht.

Gedenken und kämpfen wir gemeinsam: Kommt am 9. November zur Gedenkkundgebung und anschließend zur antifaschistischen Demonstration nach Moabit.
Der vollständige Aufruf und weitere Termine finden sich auf 9november.blogsport.eu/ , facebook.com/9.november.gedenken/
Einen Überblick und weitere Infos zu Gegenprotesten und Aktionen findet ihr bei Berlin gegen Nazis , bei Twitter https://twitter.com/BerlingegenNazi und auf berlingegenrechts.de/

9. November 2018 – 17 Uhr | Gedenken an die Reichspogromnacht am 09. Nov. 1938 | Mahnmal Levetzowstraße, Levetzowstraße 7-8, Berlin Moabit

 


Gedenkveranstaltungen von Bezirksamt, BVV und Schulen

Das Bezirksamt und die Bezirks­ver­ord­eten­ver­sam­mlung Mitte werden Gedenk­ver­anstal­tungen gemeins­am mit Schulen aus dem Bezirk zu Ehren der Opfer des National­sozia­lismus veranstalten. Schüler­innen und Schüler gedenken an diesem Tag an folgenden Orten:

  • 9.30 Uhr
    Aula der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule mit Schülerinnen und Schülern der Schule (Quitzowstraße 141), anschließend gemeinsame Kranzniederlegung am Gedenkort Güterbahnhof Moabit (gegenüber)
  • 9.30 Uhr
    Am Jüdischen Krankenhaus (Gedenktafel, Heinz-Galinski-Str. 1) mit Schülerinnen und Schülern des Lessing-Gymnasiums
  • 10.00 Uhr
    Gedenkstätte Siegmundshof 10 mit Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Tiergarten
  • 10.30 Uhr
    Gedenkstätte Levetzowstraße 7-8 mit Schülerinnen und Schülern des Französischen Gymnasiums
  • 12.00-14.00 Uhr
    im GRIPS-Theater (am Hansaplatz, Altonaer Str. 22). Eine gemeinsame Gedenkveranstaltung mit Aufführungen von Schülerinnen und Schülern des Französischen Gymnasiums, des Gymnasiums Tiergarten, der Theodor-Heuss-Oberschule und des Lessing-Gymnasiums.