So können Sie mitmachen!

Lesung mit Horst Selbiger

12.10.2018 18:30 Uhr
Zunft[wirtschaft] in der Arminiusmarkthalle
Arminiusstraße 2 10551 Berlin

Bild von Horst Selbiger

Horst Selbiger bei einer Stolperstein-Verlegung vor der Turmstraße 9 am 9. September 2017, Foto: Susanne Torka

Der heute 90-jährige Horst Selbiger ist vermutlich der letzte Holocaust-Überlebende aus Moabit. Mit viel Glück und Schlitz­ohrig­keit gelang es ihm als Jugend­licher, die Nazizeit zu über­stehen, wenn auch nicht ohne körper­liche und psy­chi­sche Ver­letzungen. Er verlor 61 Mit­glieder seiner Familie, nur wenige haben überlebt.

Nach dem Ende des Faschismus engagierte er sich in der DDR, als Journalist und Schrift­steller. Doch auch da wurde er wieder verfolgt und musste letzt­endlich das Land verlassen.

Aber auch die Nachkriegs-Bundes­republik wollte ihn nicht haben, sie witterte in ihm den Kom­mu­nisten. Und an die auch an ihm begangenen Ver­bre­chen gegen die Juden wollte man damals erst recht nicht erin­nert werden, so dass ihm einige Entschädigungszahlungen verweigert wurden.

Horst Selbiger ist aber immer noch politisch aktiv. Im von ihm mit­ge­grün­de­ten Verein Child Sur­vivors Deutschland haben sich Über­le­bende des Holo­causts zusam­­men­­ge­­schlos­­sen, die damals noch Kinder oder Jugend­liche waren. Und gerade Jugend­lichen erzählt er bis heute von den Ver­bre­chen, die von den Nazis begangen wurden.

Am 12. Oktober 2018 ab 18.30 Uhr wird Horst Selbiger in Moabit aus sei­nem Buch “Verfemt – Verfolgt – Verraten” lesen. Darin hat er seine unglaub­­li­che Geschichte aufgeschrieben. Im Anschluss gibt es die Mög­lichkeit, mit ihm darüber zu diskutieren und Fragen zu stellen. Veranstaltungsort ist die Zunftwirtschaft in der Arminius-Markthalle, direkt hinter dem Rathaus Tiergarten.
Der Eintritt ist frei.