So können Sie mitmachen!

ULAP-Quartier: Bürgervertreter*innen aus Moabit als „beratende Sachverständige“ gesucht

Visualisierung des Bestands ULAP Quartier, (c) AG.Urban

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen sucht Bürgervertreter*innen, die bereit sind, sich als „beratende Sachverständige“ an dem wettbewerblichen Dialog zum ULAP-Quartier zu beteiligen. Die Bürgervertreter*innen sollen in Moabit wohnen, gut über ihren Stadtteil Bescheid wissen, ausreichend Zeit und Motivation für den Planungsprozess mitbringen und bereit sein, aktiv bei der Durchführung des wettbewerblichen Dialogs mitzuwirken. Durch ihre ausgeprägte Kenntnis des Stadtteils bilden Sie das Bindeglied zwischen dem Gremium und den Anwohner*innen vor Ort. Als Stimme der Nachbarschaft und der Zivilgesellschaft sollen Sie als Kiezexpert*innen ihre Sicht in den Planungsprozesses einbringen und dem Gutachtergremium beratend zur Seite stehen, indem Sie die Perspektive der Bürger*­innen vor Ort in den Auswahlprozess des wettbewerblichen Dialogs einbringen.
Unter allen geeigneten Bewerber*innen werden zwei Bürgervertreter*innen und zwei Nachrücker*innen geschlechterparitätisch ausgewählt. Die Auswahl findet anhand der Auswertung der eingereichten Motivationsschreiben und in Abstimmung mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen statt. Bei mehreren geeigneten Bewerber*innen wird gelost.

Haben Sie Interesse?
Dann können Sie sich vom 12.07. bis zum 30.07.2021 als Bürgervertreter*in bewerben. Dazu laden Sie sich bitte den Bewerbungsbogen herunter und schicken diesen an das mit der Bür­ger*­innen-Beteiligung beauf­­tragte Büro AG.URBAN, entweder per Mail an: ulap@ag-urban.de oder per Post an: AG.URBAN, Ringbahnstraße 10-14, 12099 Berlin

An folgenden Terminen sollten Sie Zeit haben und bei den Veranstaltungen aktiv teilnehmen:
Zwischenkolloquium (25./26. August 2021) – 2-tägige Veranstaltung werktags
Akteursworkshop (15. September 2021) – Tagesveranstaltung werktags
Abschlussveranstaltung (06./07. Dezember 2021) – 2-tägige Veranstaltung werktags
Für die Veranstaltungen wird eine Aufwandsentschädigung von 200 Euro pro Teilnahmetag erstattet.

Der Urania Vortrags-/Theatersaal wurde beim Bau des Polizeistandorts an der Invalidenstraße als Hörsaal integriert, Foto: J. Schwenzel

Als ULAP-Quartier wird der gesamte Block zwischen Invaliden­straße, Alt-Moabit, kurzem Abschnitt der Clara-Jaschke-Straße und Emma-Herwegh-Straße bezeichnet. „ULAP“ steht für „Universum-Landes-Aus­stel­lungs-Park“, ein Gelände für Gewerbe­aus­stel­lungen Berlins (ab 1879), das sich nördlich auf dem Areal des neuen „ULAP-Quartiers“ und südlich der Stadtbahn befand. Eine der späteren Nutzungen war die an der Invaliden­straße gelegene 1889 eröffnete URANIA mit der ersten Volks­stern­warte und einem wissen­schaft­lichen Theater. Diese gehörten der im März 1888 gegründeten Gesellschaft Urania, die sich der „Verbreitung der Freude an der Naturkennnis“ widmete. Auch ein Vortrags­saal an der Invalidenstraße gehörte dazu, dieser blieb im zweiten Weltkrieg erhalten und wurde später in den Neubau der Polizei­dienst­stelle an der Invalidenstraße integriert.

Das ehemalige Landeslabor soll noch 2021 abgerissen werden, Foto: J.Schwenzel

Auf dem Plangebiet des ULAP-Quartiers befinden sich das leer­stehende Gebäude des ehemaligen Landes­labors Berlin-Branden­burg – der Abriss des Gebäudes soll noch in diesem Jahr statt­finden, ein Aldi-Supermarkt und die Bauten des 1963-66 nach den Plänen von Rainer Gerhard Rümmler errichteten Polizeireviers. Der denkmal­geschützte URANIA-Vortragssaal liegt eingefasst hinter der Backstein-Mauer und soll erhalten bleiben.

Das Gesamtareal soll komplett neu gedacht und mit ver­schie­denen Nutz­ungen entwickelt werden. So sollen ca. 120.000 m² Brutto­geschoss­fläche neu entstehen: Der Bezirk möchte dort eine Schule und bezahl­baren Wohnraum entwickeln, die BIM (Berliner Immobilienmanagement) den Polizei­standort erweitern und neue Räume für die Berliner Verwaltung schaffen und ALDI seine Filiale vergrößern und zusätzlichen Wohnraum ansiedeln. Aber auch weitere soziale Infrastrukturen wie Kitas und nicht kommerzielle Orte für die Nachbarschaft in Moabit können Teil der Planung sein.

Verantwortlich für den Planungsprozess des ULAP-Quartier ist nicht der Bezirk Mitte sondern das Land Berlin mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen. Zur Entwicklung des Areals hatte die Senatsverwaltung einen zweistufigen wettbewerblichen Dialog ausgeschrieben. Am 7. und 8. Mai organisierte die AG.URBAN als Auftakt der Bür­ger*­innen­beteiligung eine Ideen­­werk­statt, die pandemie­bedingt in mehreren Zeitabschnitten vor Ort auf dem Parkplatz des ALDI in der Invalidenstraße stattfand. Deren Ergebnisse sind in dieser PDF-Datei (Download von https://mein.berlin.de/projekte/ulap-quartier/) dokumentiert.

Im Juni wurden fünf Planungs­büros in einem Wett­bewerbs­ver­fahren ausgesucht Lösungs­vorschläge für eine städte­bau­liche Neu­ord­nung zu entwickeln. Am 21. Juni fand eine öffent­liche 1. Planungs­werk­statt statt, bei der die Planungs­büros ihre ersten Über­legungen dar­stell­ten und mit den – leider wenigen – teil­nehmenden Interes­sierten sprachen und Impulse von den Teil­nehmenden aufnahmen. Die ange­kündigte mehr­tägige Online-Betei­ligung zu den Bei­trägen der Planungs­büros fand erst mit etlichen Tagen Verspätung gegen­über der Ankündigung statt und fand kaum Resonanz in Form von Online-Kommen­taren. Die Über­legungen der Planungs­büros und Kommentierungen sind auf mein.berlin.de online nachzulesen. Auf der Plattform werden auch die weiteren öffentlichen Veranstaltungen dokumentiert. Die Ergebnisse des städtebaulichen Werkstattverfahrens sollen Grundlage des zu erstellenden Bebauungsplans für das Quartier sein.


Nachtrag vom 31.08.2021
Bürgerbeteiligungsprozess zum ULAP-Quartier auf mein.berlin.de

Im Laufe des gestrigen Tages wurden auf der Berliner Beteiligungsplattform mein.berlin.de Planzeichnungen und Beschreibungen von den Entwürfen der drei Planergruppen

  1. Team BJP + Mandaworks + form follows you
  2. Team ISSS + bauchplan
  3. Team urbanophil.koeln + Kepler 32 + gruppeF

veröffentlicht, die im städtebaulichen Wettbewerb zum ULAP-Quatier ihre Ideen weiterentwickeln dürfen, und am 14. September in einer zweiten öffentlichen Planungswerkstatt vorstellen werden. Sie können zuvor noch bis zum 13. September 18 Uhr die Entwürfe mit Stand des Zwischenkolloquiums 25.8. auf mein.berlin.de/projekte/ulap-quartier kommentieren und so Ihre Anregungen mitteilen.

Frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit an der Bauleitplanung gemäß § 3 Abs. 1 Baugesetzbuch
Bebauungsplan 1-110 Ulap-Quartier / Invalidenstraße im Bezirk Mitte
Parallel zum Bürgerbeteiligungsprozess auf mein.berlin.de findet vom 30.08. bis 13.09.2021 auch der förmliche Beteiligungsprozess nach Baugesetzbuch mit der „frühzeitigen Beteiligung“ statt. Die Unterlagen werden in dem genannten Zeitraum von Montag bis Donnerstag von 10:00 bis 18:00 Uhr und Freitag von 10:00 bis 17:00 Uhr in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, Fehrbelliner Platz 4, 10707 Berlin, in Raum 105 ausgelegt. Die Einsichtnahme in die Unterlagen kann nur nach vorheriger Terminvereinbarung unter 90139-4486 oder mit Mail an 1-110@sensw.berlin.de erfolgen.
Die Informationen dieser frühzeitigen Beteiligung sind veröffentlicht unter
https://www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/b-planverfahren/de/fruehbb/1-110/index.shtml.

Bereitgestellt sind dabei Unterlagen zum Wettbewerbsverfahren und den Beiträgen der drei oben genannten Planergruppen mit folgenden Dateien:

Materialien
Ausgangssituation – Plakat (pdf; 9,3 MB)
Ausgangssituation – Beschreibung (pdf; 13,4 MB)
Teilnehmer 1 – Wettbewerbsentwurf (pdf; 40 MB)
Teilnehmer 1 – Beschreibung (pdf; 57 KB)
Teilnehmer 2 – Wettbewerbsentwurf (pdf; 41,4 MB)
Teilnehmer 2 – Beschreibung (pdf; 66 KB)
Teilnehmer 4 – Wettbewerbsentwurf (pdf; 14,2 MB)
Teilnehmer 4 – Beschreibung (pdf; 59 KB)

Nachtrag vom 07.11.2021
Vom 6. -15. Oktober 2021 findet im Nachgang zur 2. Planungswerkstatt am 14. September 2021 wieder eine Online-Beteiligung auf mein.berlin.de statt. Bei der 2. Planungswerkstatt wurde an vier Thementischen zu den Schwerpunkten Klima und GrünräumeSoziales, Nutzungen sowie Mobilität gearbeitet. In dieser Online-Beteiligung werden die Darstellungen der drei Planungsteams zu den jeweiligen Themenschwerpunkten anhand der Zwischenentwürfe dargestellt und können dort kommentiert werden. Diese in diesem Rahmen erfolgenden Kommentierungen gehen zwar nicht in die letzte Bearbeitungsphase der drei noch im Wettbewerbsverfahren befindlichen Teams ein, werden aber für den weiteren Prozeß ausgewertet.

Nachtrag vom 07.12.2021
Am 6.12. wurden die finalen Entwürfe der drei Teams auf der Beteiligungsplattform MeinBerlin zum Kommentieren veröffentlicht, zusätzlich stellen wir hier PDF-Dateien der Entwürfe bereit:
ULAP_FinalerEntwurf_BJP+MANDAWORKS+FORM_FOLLOWS_YOU
ULAP_FinalerEntwurf_ISSS+BAUCHPLAN
ULAP_FinalerEntwurf_URBANOPHIL+KEPLER 32+GRUPPE-F

 

16 Kommentare auf "ULAP-Quartier: Bürgervertreter*innen aus Moabit als „beratende Sachverständige“ gesucht"

  1. 1
    Jürgen Schwenzel says:

    Am 25. August, 18 Uhr findet die Bürger*innenverstaltung mit einer Zwischenpräsentation der aktuellen Entwürfe der ersten Bearbeitungsphase für städtebauliche Entwürfe der fünf beauftragten Planungsbüros statt. Die Beiträge von Bürger*innen bei dieser Veranstaltung sollen bei der Beurteilung der Entwürfe bei der am nächsten Tag stattfindenden Gutachtersitzung der Wettbewerbsjury beachtet werden. Weitere Infos zur dieser Veranstaltung und dem ULAP-Quartier Verfahren finden Sie unter https://mein.berlin.de/projekte/ulap-quartier/?initialSlide=7

  2. 2
    Jürgen says:

    Im Laufe des gestrigen Tages wurden sowohl Unterlagen zu den Entwürfen der drei Planergruppen, deren Arbeiten vom Gutachtergremium des städtebaulichen Wettbewerbsverfahren zur Weiterbearbeitung ausgesucht wurden sowie auch zur förmlichen „frühzeitigen Bürgerbeteiligung“ nach Baugesetzbuch zum Bebauungsplan für das ULAP-Quartier veröffentlicht. Infos dazu oben im Nachtrag vom 31.08.2021.

  3. 3
    H. E. says:

    Am Samstag dem 28. August 2021 war im Immobilienteil des Tagesspiegels ein großer Artikel zum ULAP-Quartier, in dem die Ziele und das Planungsverfahren beschrieben wurden. U. a. wird gesagt, dass bereits fünf Planungsbüros städtebauliche Entwürfe vorgelegt haben und davon drei zur weiteren Bearbeitung und Diskussion ausgesucht worden sind. Und das offenbar, ohne dass Bürger bisher daran beteiligt wurden !! Jetzt kann man sich zwar bei der weiteren Diskussion auf mein.berlin.de beteiligen, aber im Prinzip haben eine Jury und die Politik bereits ohne den Bürger die Richtung der Planung abgesteckt.

    Man möchte zwar die Fehler der Europacity nicht wiederholen, aber trotzdem ist auch hier schon wieder die Rede von diversen Hochhäusern – Entschuldigung, nein, von „Hochpunkten“, so redet man ja jetzt. Weil man offenbar sogar in Sen Stadt und in Teilen der Berliner Baupolitik begriffen hat, dass Hochhäuser kritisch zu sehen sind und nicht mehr zu den beliebtesten Gebäuden gehören, nennt man sie jetzt „Hochpunkte“. Hält man die Berliner wirklich für so doof?

    Im Artikel wird die Visualisierung eines Entwurfes gezeigt, der vier Hochhäuser beinhaltet, von denen drei an der Invalidenstraße und eins an der S-Bahn stehen sollen. Damit steht eigentlich schon wieder fest, dass hier im unmenschlichen Maßstab gebaut werden soll und dass dadurch ein unwirtlicher öffentlicher Raum entstehen wird. Hochhäuser sind schädlich für das Stadtklima und widersprechen der menschlichen Natur, da der Mensch ein waagerecht orientiertes Wesen ist. Sie sind ab dem siebenten Geschoss zum Wohnen nicht geeignet und verbrauchen beim Bau extrem viele wertvolle Ressourcen und beim Bau und im Betrieb viel Energie.
    Hinzu kommt hier, dass die Invalidenstraße von Südwest nach Nordost verläuft und daher die drei Hochhäuser an der Straße ausgerechnet ab nachmittags und am Feierabend das Innere des Quartiers stark verschatten werden.

    In dem Artikel lautet es auch: „ALDI soll vergrößert werden, um die öffentliche Nahversorgung zu stärken“. Das ist doch wohl kaum zu fassen! Die Berliner Verwaltung und Politik haben mit ihren unendlichen Genehmigungen von Discountern und Einkaufszentren dafür gesorgt, dass der normale Einzelhandel entlang den Straßen vielerorts verschwunden ist und weiter verschwindet, wodurch auch ein wesentlicher Teil des sozialen Lebens und Gefüges im öffentlichen Raum zerstört wurde. Und trotzdem macht man damit weiter !!

    Oben im moabitonline-Eingangsartikel steht, dass das grüne „Landeslabor Berlin-Brandenburg“ an der Invalidenstraße abgerissen werden soll. Warum das? Es ist nicht sehr alt und es kann ja wohl nicht durch und durch so marode sein, als dass es nicht zu sanieren und weiterhin als Bürogebäude zu verwenden wäre. Abriss und dann Neubau an gleicher Stelle ist heute nur noch in den allerseltensten Fällen gerechtfertigt, da es in der Regel eine ungeheure Ressourcen- und Energieverschwendung und eine unnötige Belästigung der Menschen in der Umgebung bedeutet. Nichts schont Ressourcen mehr als der Erhalt des Bestandes, sagt der oberste Berliner Denkmalschützer, Landeskonservator Christoph Rauhut. Auch das scheint man in der Berliner Baupolitik und Verwaltung an vielen Stellen nicht gehört und verstanden zu haben.

  4. 4
    Jürgen Schwenzel says:

    Vom 6. -15. Oktober 2021 findet im Nachgang zur 2. Planungswerkstatt am 14. September 2021 wieder eine Online-Beteiligung auf mein.berlin.de statt. Bei der 2. Planungswerkstatt wurde an vier Thementischen zu den Schwerpunkten Klima und Grünräume, Soziales, Nutzungen sowieMobilität gearbeitet. In dieser Online-Beteiligung werden die Darstellungen der drei Planungsteams zu den jeweiligen Themenschwerpunkten anhand der Zwischenentwürfe dargestellt und können dort kommentiert werden. Diese in diesem Rahmen erfolgenden Kommentierungen gehen zwar nicht in die letzte Bearbeitungsphase der drei noch im Wettbewerbsverfahren befindlichen Teams ein, werden aber für den weiteren Prozeß ausgewertet. (Text wurde auch als Nachtrag vom 7. Oktober 2021 beim Artikel ergänzt)

  5. 5
  6. 6
    H. E. says:

    Wenn die Senatsabteilung für Stadtentwicklung und Wohnen tatsächlich die Genehmigung für den Abriss des großen Gebäudes des Landeslabors Berlin-Brandenburg erteilt haben sollte oder erteilen wird, kann ich nur feststellen, dass man in diesem Amt offenbar immer noch nicht die Zeichen der Zeit verstanden hat und dass daher die für den Abriss verantwortlichen Personen in meinen Augen komplett unfähig sind.
    Es kann ja wohl kaum sein, dass die Rohbausubstanz eines derartigen Stahlbetonbaus nicht mehr für Wohnungen oder Büros verwendbar sein soll und dass man ein derartiges Gebäude nicht mit einem Leichtbau-System um zwei oder drei Geschosse aufstocken und es in der Waagerechten zu einer gelungenen Blockrandbebauung erweitern kann.
    Außerdem ist in meinen Augen jedes Hochhaus – und nicht nur von einem ist ja an dieser Stelle die Rede – ein weiterer Sargnagel an unserer Stadt. Hat man denn aus der Europacity und der Betonwüste zwischen Bahnhof und Spree nichts aber auch absolut nichts gelernt? Hoffentlich bekommt Berlin nicht wieder einen weichgespülten und weichspülenden Senatsbaudirektor sondern jetzt mal wieder jemand, der dieser Senatsabteilung deutlichst sagt, wo es lang zu gehen hat.

  7. 7
    Moabiter says:

    Die Berliner Abendschau hatte schon im April dieses Jahres einen Beitrag von Ulli Zelle ausgestrahlt, bei dem der bevorstehende Abriss angekündigt wurde. Gedreht wurden auch einige sehenswerte Eindrücke des Inneren. Laut Aussage der landeseigenen Berliner Immobilienmanagement soll das Innere des Gebäudes aufgrund der verwendet Baustoffe stark verseucht sein. Angekündigt wurde in dem 2 1/2 Minuten Beitrag der Beginn der Sanierung für „in wenigen Wochen“, danach würde der Abiss erfolgen.
    Der Abendschau-Bericht mit dem Titel „Tschüss, altes Landeslabor“ ist zu finden unter:
    https://www.rbb-online.de/abendschau/serien/-zelleberlin/zelle-berlin-altes-landeslabor-vor-dem-abriss.html

  8. 8
    H. E. says:

    In dem Beitrag von Ulli Zelle wird von der Dame merkwürdigerweise nicht gesagt, welche Schadstoffe vorhanden sind und wo sie in solchen Mengen vorhanden sind, dass der ganze Bau abgerissen werden muss. Sie sagt nur, dass in den Fliesen welche seien. Na und, darf ich mal laut lachen, Fliesen kann man ja wohl abschlagen.
    Aber es wird gesagt, dass erst (!!) saniert und dann (!!) abgerissen werden soll. Wenn das stimmt, würde das bedeuten, dass man den Bau zuerst entkernen (nicht tragende Bauteile entfernen) und danach die tragende Konstruktion (Rohbau) abreissen will.
    So geht man normalerweise vor, wenn Schadstoffe vorhanden sind, die man mit dem Ausbau von nicht tragenden Teilen entfernen kann, ohne dass man die tragende Konstruktion (der Rohbau) zerstören und abreissen muss. Genau so war es z. B. beim Palast der Republik, bei dem man zuerst den Schadstoff (Asbest) entfernt hat, wobei der gesamte nicht mit Schadstoffen belastete tragende Rohbau stehen geblieben ist und dann lange Zeit als Ausstellungs- und Veranstaltungsgebäude gedient hat. Erst später hat man den Rohbau abgerissen und dieses auch nur, weil u. a. Helmut Kohl (CDU) ein anderes Gebäude (heutige Humboldt-Forum) haben wollte.
    Nee, ick globe keen enziget Wort. Wahrscheinlich soll dit Labor nur wech, damit ener von de Stararchitekten noch son umweltfeindlichet und nich de menschliche Natur entsprechendet Hochhaus hinbasteln kann, wat se denn als städtebauliche Dominante bezeichnen wern.

  9. 9
    Susanne says:

    Die Endpräsentation wird am 6.12. digital stattfinden. Für den Zugangslink muss man und frau sich anmelden!
    https://moabitonline.de/events?event_id=24414

  10. 10
    Jürgen says:

    Die Entwürfe der drei Planungsteams sind am 6.12.21 auf der Projektseite https://mein.berlin.de/projekte/ulap-quartier/?initialSlide=11 veröffentlicht und können ab 12 Uhr kommentiert werden.
    Um 18 Uhr beginnt die Online stattfindende ULAP / Abschlusspräsentation per ZOOM-Meetin unter:
    https://us06web.zoom.us/j/86717495415?pwd=TU5zUzZ6UGZEKys3U1QvdWtVbkxhQT09
    Meeting-ID: 867 1749 5415
    Kenncode: 250301

  11. 11
    H. E. says:

    Zum Stand des Auswahlverfahrens am 6. Dezember 2021:
    Offenbar hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung als Ausloberin dieses Wettbewerbs aus der negativen Entwicklung der Europacity, des Hochhaus-Städtebaus am Joachimstaler Platz und den neuen Hotelhochhäusern neben der Gedächtniskirche nichts gelernt.

    Erneut steht offenbar ein möglichst großes Bauvolumen und damit zwangsläufig der Bau von Hochhäusern im Vordergrund, obwohl bekannt ist, dass Hochhäuser (neuerdings zwecks Verschleierung „Hochpunkte“ genannt) der Natur des waagerecht orientierten Menschen widersprechen, dass Hochhäuser beim Bau immens viele hochwertige Ressourcen verbrauchen, dass sie beim Bau und im Betrieb extreme Energieschleudern sind, dass sie in ihrem Umfeld starke Verschattung und Luftverwirbelung hervorrufen und dass insbesondere Bürohochhäuser gerade in der Innenstadt mit ihren immens vielen Arbeitsplätzen noch mehr Pendlerverkehr, Autoverkehr und ÖPNV provozieren.
    Hochhäuser sind der in jeder Hinsicht krass negative Gegensatz zur typischen Berliner Blockrandbebauung mit fünf Altbau- bzw. sieben Neubaugeschossen. Sie sind genauso eine aus den USA importierte Fehlentwicklung wie die inzwischen im Niedergang befindlichen Malls und wie die SUV’s.

    Die hier geplanten Hochhäuser werden zur Unwirtlichkeit des ULAP-Quartiers, der vorhandenen Quartiere in der Nachbarschaft und insgesamt unserer Stadt beitragen. Hnzu kommt, dass geschätzt nur rund die Hälfte des gesamten Bauvolumens aus Wohnungsbau bestehen wird. Das ULAP-Quartier wird daher m. E. genauso misslingen wie die benachbarte Europacity. Man wird dann wieder mal davor stehen und sich fragen müssen, wie das passieren konnte.

  12. 12
    Jürgen Schwenzel says:

    Ein Artikel in der Berliner Morgenpost zur Online-Veranstaltung am 6. Dezember:
    https://www.morgenpost.de/bezirke/mitte/article234029489/Ulap-Quartier-Anwohner-diskutieren-ueber-Plaene.html

  13. 13
    H. E. says:

    Die einzigen Zahlen, die mir als Bürger bisher zu diesem riesigen Bauvorhaben bekannt sind, sind folgende:
    Grundstücksfläche (GF): 32.000 Quadratmeter (Quelle: Morgenpost-Artikel)
    Geschossflächenzahl (GFZ): 4,0 (Quelle: Angabe eines der Büros am 06.12.2021)
    Diese beiden Zahlen würden bedeuten, dass die laut Bebauungsplan erlaubte Geschossfläche aller Etagen zusammen 32.000 x 4,0 = 128.000 qm groß sein würde. Das entspricht immerhin der gigantischen Fläche von achtzehn (18) Fußballfeldern !!
    Die GFZ 4,0 bedeutet auch, dass das Gebiet als „Urbanes Gebiet“ entwickelt wird, in dem z. B. die Abstände der Gebäude untereinander sehr gering sein können und auch der Schallschutz weniger beachtet werden muss.

    Nicht bekannt ist, wie viel Prozent der Geschossfläche jeweils für den Wohnungsbau, den sozialen Wohnungsbau, Eigentumswohnungen, soziale Einrichtungen, Kitas, Schule, Kleingewerbe, Gastronomie, großflächigen Einzelhandel (ALDI) und Büros verwendet werden soll.
    Dabei sind dieses die Zahlen, die wichtig sind, weil sie sehr viel größere Auswirkungen auf die Gestaltung des öffentlichen Raumes, auf das Leben im öffentlichen Raum, das soziale Miteinander und den Verkehr in diesem neuen Quartier und auch in den bereits vorhandenen Quartieren haben werden. Warum werden diese Zahlen nicht veröffentlicht? In dem Moment, wo die drei Entwürfe vorlagen, hätte der Computer diese Flächen errechnen können.
    Warum wird also nicht gesagt, wie viele Quadratmeter Geschossfläche für den Wohnungsbau verwendet werden sollen und wie viele und welche Wohnungen entstehen werden? Man hat doch wohl in der Senatsverwaltung nicht etwa Bedenken, dass dann deutlich wird, dass es im Verhältnis zu den Büroflächen wenig Wohnungsbau und besonders wenige Sozialwohnungen geben wird und es deswegen heftige öffentliche Kritik geben könnte?

    Eine Bürgerinitiative, die sich ja vielleicht noch gründen wird – was sehr zu empfehlen wäre, damit man öffentlich Kritik üben und Druck aufbauen kann, könnte und sollte nach diesen Zahlen fragen. Und wer sich für dieses Thema generell interessiert, dem kann das folgende Buch empfohlen werden: „Städte für Menschen“ von Jan Gehl im Verlag Jovis. Jan Gehl ist ein weltweit tätiger Stadtplaner aus Kopenhagen und beschreibt, was für eine lebenswerte und liebenswerte Stadt erforderlich ist.

  14. 14
    H. E. says:

    In diesem neuen Artikel in der Berliner Woche zum ULAP-Quartier wird gesagt, dass das Laborgebäude bereits abgerissen wurde. Ist das richtig? Wenn ja, scheint man es damit sehr eilig zu haben. Vielleicht befürchtet man Proteste gegen den Abriss, da Abriss heute überhaupt nur noch sehr sehr selten vertretbar ist.

    Ansonsten: Wenn die Senatsabteilung für Stadtabwicklung tatsächlich bei ihrer Forderung nach „Hochpunkten“ (Hochhäusern) bleibt, kann sie m. E. schon jetzt ihr Ziel vergessen, hier ein angenehmes, lebendiges und lebenswertes Quartier zu schaffen. Denn weitere vier oder sogar fünf Hochhäuser werden die Invalidenstraße und ihre Gehwegbereiche zu einer unwirtlichen Umgebung machen.

    https://www.berliner-woche.de/moabit/c-bauen/finale-entwuerfe-fuer-das-neue-ulap-quartier-stehen-fest_a332549

  15. 15
    H. E. says:

    Zitate aus dem unten stehenden Tagesspiegel-Artikel vom 18. September 2021:
    „Die Ausschreibung für einen städtebaulichen Rahmenplan und für ein Bürgerbeteiligungsverfahren zum „ULAP-Quartier“ hätte wohl anders aussehen müssen, wollte sich Berlin der Tausenden von Toten aus der Entscheidungsschlacht von Großbeeren (23. August 1813) erinnern – und der hier in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges per Genickschuss exekutierten 16 Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.“
    „Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen -federführend im Planungsverfahren – wusste angeblich nichts von diesen Fakten.“

    Man darf gespannt sein, ob und wie SenSW bei der weiteren Planung auf diese Fakten reagieren wird.

    https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/immobilien/stadtentwicklung-sag-mir-wo-die-graeber-sind-was-ist-geschehen/27620992.html

  16. 16
    H. E. says:

    „Wer abreißt, ist von gestern“, sagt die Präsidentin der Berliner Architektenkammer in einem heutigen Artikel des Tagesspiegels.
    Recht hat sie und das gilt aus meiner Sicht auch beim ULAP-Quartier für das Laborgebäude an der Invalidenstraße, das einem Hochhaus weichen soll, obwohl man es genauso aufstocken und zu einem Teil einer Randbebauung machen könnte. Abriss und dann Neubau an der gleichen Stelle ist fatal, in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht.
    Wie schon früher gesagt, beim Laborgebäude könnte man bestimmt die angeblich vorhandenen Schadstoffe entsorgen. Und selbst wenn dann nur der Rohbau stehenbeiben würde, wäre ein Erhalt aus heutiger Sicht noch gut und richtig.

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