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Rathenower Straße 59 fordert Vorkauf durch den Bezirk

Heute hatte die Rathenower Straße 59 zum Hoffest eingeladen, mit Grill und Glühwein, selbstgebackenem Kuchen, Tee und sogar Live-Musik. Die jungen Musiker von Riders Connection brachten das Publikum mit ihren groovigen Sounds  in fröhlich wippende Bewegung.

Ein Hoffest im Februar? Da muss es schon einen wichtigen Grund geben.

Und der ist eher bedrohlich. Vor wenigen Wochen haben die Mieterinnen und Mieter durch Schreiben und Besuche der Mieterberatung für die Moabiter Milieuschutzgebiete erfahren, dass ihr Haus verkauft wurde. Das war ein Schock. Denn bisher sind sie mit ihrem privaten Vermieter gut ausgekommen. Notwendige Reparaturen wurden erledigt, wobei die Mieten deutlich unter dem Mietspiegel liegen. Das Haus, Baujahr 1958, hat einen Aufzug, Heizung und Bäder, die meisten der 15 Wohnungen sind auch mit einen Balkon zum Hof ausgestattet. 

Schnell wurde eine Mieterversammlung organisiert und um Unterstützung bei der Initiative „Wem gehört Moabit?„, beim Projekt „Häuser bewegen“ der AmMa65 und anderen betroffenen Häusern gebeten. Danach war für die Mieterinnen und Mieter klar, kein privater Investor kauft hier ein Haus und lässt alles, wie es ist. Mit einer solchen Aussage wollte der bisherige Eigentümer sie beruhigen. In so einem Haus kann einiges modernisiert werden, Wärmedämmung angebracht oder das Dach aufgestockt. Für viele würde das Verdrängung aus dem Kiez bedeuten. Denn hier lebt die ganz normale Moabiter Mischung, jung und alt, Rentner, Studenten, Familien, Alleinerziehende, deutsche und nichtdeutsche. Die Einkommen passen zu den Mieten. Also was tun?

Gleich bei der ersten Mieterversammlung sprudelten die Ideen: Transparent, Petition, Hoffest, Presse. Wie die Politik ansprechen? Wie das Bezirksamt bewegen, das Vorkaufsrecht auszuüben?

Zuerst wurde nach dem Vorbild der Waldstraße 37 eine Online-Petition auf den Weg gebracht, bis jetzt kamen fast 600 Unterschriften zusammen. Das hat zwar in der Waldstraße 37 auch nicht geholfen, weil angesichts des spekulativ hohen Kaufpreises keine Wohnungsbaugesellschaft dazu bereit war. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt.

Nur wenige Häuser weiter liegt die Rathenower Straße 50, aus der einige Mieter heute beim Hoffest ihre Solidarität ausdrückten, wie viele andere aus bedrohten Häusern auch. Die Nr. 50 wurde vom Bezirk vor einem Jahr mit der WBM – als erstes Haus in Mitte – vorgekauft, doch ging der Käufer in Widerspruch und reichte Klage ein. Über die ist noch nicht entschieden. Nur zwei Monate hat das Bezirksamt Zeit, um eine Wohnungsbaugesellschaft zu finden und das Vorkaufsrecht auszuüben. Die Frist läuft Ende Februar ab. Der Verwaltung lagen nicht einmal Mieterlisten vor. Diese stellten die Mieter dann selbst zusammen. Zuvor hatten sie in einem ausführlichen offenen Brief dargelegt, warum sie unbedingt durch den Vorkauf ihres Hauses vor Verdrängung geschützt werden müssen.

Aufgrund des offenen Briefes haben schon verschiedene Zeitungen, wie Tagesspiegel, Berliner Woche und Berliner Abendblatt berichtet, heute beim Hoffest hat die Abendschau gedreht.

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