Von Königen und … – Politik in Mitte
Am 14. Oktober haben SPD und CDU eine Vereinbarung zur Zählgemeinschaft im Bezirk Mitte unterschrieben (Taz-Artikel und Kommentar). Diese beinhaltet die Ressorts der CDU- und SPD-Stadträte, bzw. des Bürgermeisters, wie sie von den BVV-Mitgliedern dieser Parteien zur Bildung des Bezirksamtes abgestimmt werden sollen.
Übrigens wird in dieser Vereinbarung auch schriftlich festgehalten, dass „die Parteien sicher stellen, dass die jeweiligen Kandidatinnen und Kandidaten von beinden Faktionen in voller Stimmstärke gewählt werden„. So soll der zukünftige Stadtentwicklungsstadtrat (CDU – Carsten Spallek) Chef folgende Ämter werden: Stadtentwicklung, Tiefbau und Landschaftsplanung, Ordnungsamt, Wirtschaftsförderung, Zentrale Submissions- und Vergabestelle, ein Superressort war schon zu lesen. Der Bezirksbürgermeister (SPD – Dr. Christian Hanke) bekommt zu den bisherigen Ressorts noch die Finanzen dazu. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass Dagmar Hänisch (SPD) nicht mehr als Stadträtin zur Verfügung steht. Im Gespräch für den zweiten SPD-Stadtratsposten mit Jugendamt, Schul- und Sportamt sowie Facility Management ist Liv Assmann. (Nachtrag: Am 21.10. hat die SPD auf ihrer Kreisdeligiertenversammlung Uli Davids, den früheren BVV-Vorsteher, als Stadtrat nominiert.)
In dieser Vereinbarung werden zudem inhaltliche Politikschwerpunkte für die nächsten 5 Jahre gesetzt, wie z.B. keine Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung, keine Umbenennung der Straßen im Afrikanischen Viertel, die die Namen von Kolonialverbrechern tragen (schließlich hatte sich eine Bürgerinitiative dagegen gegründet!), das vieldiskutierte Grillverbot im Tiergarten, eine Erklärung zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung für Träger, die sogar die Aktion Sühnezeichen kritisiert, und einiges andere. Da wurden von Seiten der SPD dem Erhalt des Bürgermeisterpostens doch eine Menge Inhalte geopfert, wenn auch teilweise in schönen Worten verklausuliert.
Zum Poker um die Bezirksbürgermeister in Berlin hat die Berliner Morgenpost eine Liste. Aus der Verhandlungskommission von Bündnis 90/Die Grünen war gestern zu hören, dass die Forderungen der CDU so hoch waren, dass sie nicht zustimmen konnten. Und darüber jetzt auch gar nicht traurig sind. Andrea Fischer wird einfaches Fraktionsmitglied der BVV.
Hier nochmal der Link zum Download der paraphierten Vereinbarung zwischen CDU und SPD. Und der Artikel aus der heutigen Berliner Woche, Teil 1 und Teil 2 (Printausgabe Wedding).
Nachtrag vom 22.10.2011:
Thomas Koch hat uns ein gemeinsames Papier der SPD- und Piratenpartei in der BVV Mitte zugeschickt zum Thema Bürgerbeteiligung.
Nachtrag vom 27.10.2011:
Pressemitteilung zur konstituierenden Sitzung der BVV Mitte und Bericht in der Berliner Woche vom 26.10.11.
Nachtrag vom 01.12.2011:
Das Organigramm des Bezirksamts Mitte (Stand 17.11.2011) ist von der Website des Bezirks als PDF herunterzuladen.
Nachtrag 2013:
Karte der Wahlergebnisse zur Bundestagswahl nach Wahllokalen: Berliner Morgenpost

Zu 247:
Leider war die Organisation des Festes und insbesondere die Einhaltung des Zeitplans nicht optimal am vergangen Samstag. Zur um 16 Uhr angesetzten „König_in von Moabit“ Diskussion mit den Direktkandidaten der großen Parteien war leider nur Philipp Lengsfeld (CDU) und weitere Vertreter und Mandatsträger der CDU anwesend, sowie Vertreter an Infoständen der Grünen und der SPD.
Trotz der offenkundigen Verzögerung bis etwa 16:35 Uhr, um den Kandidaten von SPD und Grünen noch Gelegenheit zur Teilnahme zu geben, kamen diese nicht mehr, so dass es nun allen anwesenden Bundestagskandidaten ermöglicht wurde, sich den Fragen durch Bürste zu stellen. Dies waren nacheinander Philipp Lengsfeld und anschließend die Kandidaten von AfD und ProDeutschland, letzter unterbrochen von lautstarken Unmutsäußerungen der Teilnehmer des Festes.
Hier ein Kurzbericht vom Stephankiezfest:
http://moabit.net/7052
Da es letztens hier bei moabitonline einige Kritik gab, stelle ich nun die Tagesordnung für das kommende Plenum eben hier ein.
Tagesordnung für das Plenum der Stadtteilvertretung Turmstraße, 23. September 2013, 19-22 Uhr, Rathaus Tiergarten, ehem. BVV-Saal
Sitzungsleitung: Simone Motzkus
Protokoll: Christel Christensen
TOP 1 Begrüßung, Beschluss über die vorliegende Tagesordnung ( 2 min.)
TOP 2 Genehmigung des Protokolls der letzten Sitzung ( 5 min.)
TOP 3 Vorstellung der Arbeit im Quartiersmanagement Moabit West ( 30 min.)
TOP 4 Finanzen der STV ( 10 min.)
TOP 5 Programmplanung 2014 ( 5 min.)
TOP 6 Nicht behandelte Anträge aus der letzten STV Sitzung (45 min.)
– Identifikationspunkte schaffen – Brandwände im Kiez künstlerisch gestalten v. T.Kurt
– Antrag Zügig neue Themenhefte herausbringen von T.Kurt
– Antrag Kunst und Kultur stärker als bisher in die Arbeit einbeziehen von T. Kurt
– Antrag Sondernutzungen öffentlichen Straßenlandes kontrollieren von T.Kurt
10 Minuten Pause
– Antrag Grünpatenschaften im Kiez fördern von T.Kurt
– AG Homepage: Technisches Equipment für den STV-Raum
TOP 7 Weitere Anträge für die heutige Sitzung
– Antrag zur Durchführung einer öffentlichen Veranstaltung zum Baubegehren des Hertie-Investors von T.Kurt
TOP 8 Berichte aus den Arbeitsgruppen ( 20 min.)
TOP 9 Ergebnis der doodle-Abfrage ( 10 min.)
TOP 10 Umgang der STV mit eingehenden emails an stv@stv-turmstrasse.de ( 5 min.)
TOP 11 Verschiedenes ( 5 min.)
Ende: ca. 21:30 Uhr
@ 253,
danke für die TOP für übernächsten Montag, aber ich finde, das ist hier nicht der richtige Platz. Die Kritik drehte sich ja darum, dass die Sachen nicht auf der Webseite der Stadtteilvertretung sind und nicht, dass sie hier fehlen.
Da wäre es dann doch besser, wenn Du die TOPs, sobald sie bekannt sind an die Redaktion von MoabitOnline (oder einzelne Redakteure) schickst, damit wir sie in den Veranstaltungskalender einfügen können, wie das jetzt eben geschehen ist:
https://moabitonline.de/veranstaltungskalender
(Falls es noch nicht auftaucht nach Kategorien sortieren und auswählen!)
Weil sonst quillt hier die Kommentarspalte bald über!
Der letzte Eintrag auf der Webseite der Stadteilvertretung, den ich heute finden kann, ist ein Beschluss vom 24.6.:
http://stv-turmstrasse.de/2013/09/07/beschluss-der-stadtteilvertretung-vom-24-6-2013/
und der vorletzte die Einladung für die Juli-Sitzung:
http://stv-turmstrasse.de/2013/07/21/tagesordnung-plenum-der-stadtteilvertretung-22-juli-2013-19-22-uhr-ehem-bvv-saal/
Zu 252: Bei Kiezfesten sollten alle Parteien draussen bleiben. Wenn sie zur Finanzierung des Festes (Standmieten) nötig sind, dann bitte nur die im Bundestag vertretenen Parteien. Ein Kiezfest ist eben ein Kiezfest und kein Parteienfest.
Artikel aus der Berliner Woche vom 16.9.13 mit Erklärung von BürSte und den Grünen zum Stephankiezfest:
http://www.berliner-woche.de/nachrichten/bezirk-mitte/moabit/artikel/25792-gruene-verliessen-fest-wegen-auftritt-der-partei-pro-deutschland/
Bei dieser Jugend braucht wohl keine Partei Angst zu haben:
http://www.u18.org/das-projekt-u18/
So, so, bei der SPD ist man ratlos wegen des schlechten Wahlergebnisses?!
Für die SPD von Berlin und insbesondere von Mitte wüßte ich eine Antwort:
Wer z. B. alles zubetonieren will, wer zu viel Baupolitik für große Investoren macht und wer dabei die stadtteilspezifischen Belange und die Interessen der Bewohner ignoriert, der sollte sich nicht wundern, wenn es vielen (ehemaligen) SPD-Wählern irgendwann reicht und sie von der Sozialdemokratie nichts mehr halten und daher eine andere Partei wählen.
Lieber H.E.
Das Wahlergebnis im Bund hat nichts mit Berlin zu tun. Wäre z.B. mit Steinbrück als Regierenden Bürgermeister voll zufrieden, denn das würde auch den zweifelhaften Finanzsenator Nußbaum der Stadt ersparen. Hauptsache Wowi wird in die Wüste geschickt.
Hallo Rané,
wenn Wowereit in den nächsten zwei Monaten das Sofa im Roten Rathaus verläßt, gebe ich im Zwiebelfisch einen aus. Erinnere mich bitte daran.
@258:
Ich weiß nicht wo du ein schlechtes Wahlergebnis siehst, aber nach den Zahlen für den Wahlbezirk Mitte hat die SPD 5% Zweitstimmen und 2,2% Erststimmen dazugewonnen.
Eigentlich tauche ich aber in diesem Thread auf um zu berichten, dass Philipp Lengsfeld (CDU) dank der Wahlrechtsreform von Schwarz-Gelb entgegen seiner Beteuerungen (O-Ton bei der Diskussionsrunde im Theater 89 ungefähr: „Im Gegensatz zu Eva Högl und Özcan Mutlu bin ich nicht über die Liste abgesichert und daher nicht sowieso auf alle Fälle im Bundestag vertreten.“) doch über die Liste in den Bundestag eingezogen ist.
Quellen dazu:
1. Wahlrecht.de (Ticker um 4:42 Uhr) http://www.wahlrecht.de/news/2013/bundestagswahl-2013.html
2. Bundeswahlleiter http://www.bundeswahlleiter.de/de/bundestagswahlen/BTW_BUND_13/veroeffentlichungen/ergebnisse/voetab7.pdf
Insgesamt haben wir also neben der direkt gewählten Eva Högl (SPD) nun auch über die Liste Özcan Mutlu (Grüne) und Philipp Lengsfeld (CDU) für den Wahlbezirk Mitte im Bundestag sitzen.
So schnell wird das leider nicht kommen, aber ein Regierender mit dem Finanzwissen könnte endlich den Berliner Haushalt sanieren, mit der Berliner Immobilienmafia aufräumen und Kultur wieder einer ultursenatorin überlassen. Auch passt ein Stinkefinger, der dann z.B. in Richtung Bayern beim Länderfinanzausgleich geht, besser zu Berlin als eine Raute,
Na Toll, der Lengsfeld auch. Frage mich eh, aus welchem Jahrhundert der so plötzlich aufgetaucht ist. Und das er über Liste abgesichert war, hat er ganz bestimmt nur vergessen. Lässlicher Fehler 😀 Kann ja passieren.
Rané, du verblüffst mich immer wieder. Mal lobste die Kraft, mal die Schwesig übern Klee, und jetzt auch noch den Verfechter der Agenda 2010 und Hartz4, den Steinbrück? Mir wird schon richtig schwindelig beim zusehen von deinen vielen Wendungen.
@ Hans Die SPD und Steinbrück sind doch schon in vielen Punkten von der Agenda 2010 abgerückt, auch dank der Linkspartei. Aber Gregor Gysi, den ich auch sehr schätze, ist wohl als Regierender unrealistisch.
Ist doch wunderbar, dass Mitte nunmehr drei Bundestagsabgeordnete hat und dabei seit vielen Jahren endlich wieder einen Vertreter der CDU.
Philipp Lengsfeld hatte keinen aussichtsreichen Listenplatz (8) und das wollte er sicher mit seinem Verweis auf die beiden Spitzenkandidaten der SPD und Grüne ausdrücken. Am Ende war es ganz knapp. Aber man muss ja auch mal Glück haben. Also freuen wir uns doch alle, dass wir nun gleich drei Abgeordnete im deutschen Parlament haben, die für Mitte und insbesondere Moabit ihren Einfluss nutzen können!
Na, wenn ich daran denke, das die SPD für ihre Sause am Brandenburger Tor keinen Cent bezahlt halt, dem Bezirk Mitte dadurch einige 100.000 Euros (ich glaub, das waren ca. 350.000), und Frau Högl den „Genossen“ nicht ins Gewissen (sofern die eins haben) geredet hat, kann es fast egal sein, ob es drei Abgeordnete geschafft haben. Und auf diesen hippen Typen von der CDU, der irgendwo aus dem letzten oder vorletzten Jahrhundert entsprungen ist, kann ich auch gut und sehr gerne verzichten.
Rané, in vielen? In einigen vielleicht, aber die muss man mit der Lupe suchen. Die Agenda hat viel und viele Menschen zerstört, da reichen einige wenige winzige Korrekturen nicht. Ich behaupte auch mal, ohne Agenda 2010 hätten wir jetzt die leidige Diskussion um einen Mindestlohn nicht. Das schlimmste allerdings ist, das keine Partei, ich wiederhole, keine Partei, eine Antwort auf die Frage hat, wie man mit den Menschen umgeht, die von der Wirtschaft aussortiert sind. Das einzige, was denen (außer den Linken) einfällt, ist, die mit Hartz4 zu bestrafen.
Hier nochmals der Link zu den Wahlergebnissen, insbesondere auch denen von Moabit. Und nun unter dem richtigen Artikel:
http://berlinwahlkarte2013.morgenpost.de/
http://www.tagesspiegel.de/berlin/jahrestag-der-attacke-am-alexanderplatz-in-berlin-gedenkplatte-fuer-jonny-k-enthuellt/8931054.html
Zur Gedenkfeier für Jonny K. hätte ich auch an einem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) einen Anzug mit Krawatte erwartet – und nicht nur ein Freizeitjäckchen und Hemd mit offenem Kragen.
So viel zum sparsamen Umgang mit Steuergeldern:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/fotostrecke-die-schoensten-beispiele-aus-dem-steuerzahler-schwarzbuch-a-928476.html
Ganz unabhängig von irgendwelchen vergangenen oder aktuellen Bauarbeiten und Projekten:
Der Gesetzgeber sollte einführen, dass bei Bau- und Planungsaufträgen der öffentlichen Hand und bei Bebauungsplan- und Baugenehmigungen ab einem gewissen Umfang die Anbieter bzw. die Antragsteller schriftlich erklären müssen,ob sie einer politischen Partei gespendet haben oder spenden werden. Und wenn ja, welcher Partei wie viel, wann und warum.
Ohne Worte:
http://www.tagesspiegel.de/berlin/berlin-mitte-am-fernsehturm-gibts-jetzt-eine-toilette-fuer-eilige/8987902.html
74 % der im Internet abstimmenden Berliner sind für den Wegfall des modernen Ostflügels des Berliner Schlosses und für die Öffnung des Hofes zum Spree-Ufer und zu einem gegenüber liegenden Park (bitte samt dem Marx/Lenin-Denkmal mit der Nach-Wende-Aufschrift „Tut uns leid, dass es schief gegangen ist“).
http://www.berliner-zeitung.de/berlin/braunfels-zum-stadtschloss-mein-entwurf-ist-nicht-im-wettbewerb–gescheitert-,10809148,24821614.html
Wer diese Bilder sieht und auch den Louvre kennt, sollte eigentlich einsehen, dass diese „italienische Friedhofs-Urnen-Wand“ samt den fragwürdigen Anschlüssen an den „Altbau“ hier nicht hingehört und dass der Vorschlag von Stephan Braunfels genau die herausragende städtebauliche Qualität aufweist, die als Antwort auf die Lage am Wasser bisher völlig gefehlt hat.
SenStadt-Senator Müller und Senatsbaudirektorin Lüscher haben sich übrigens bereits gegen den Wegfall ausgesprochen. Nun ja, war von dort anderes zu erwarten? Wohl kaum, aber ich könnte mir vorstellen, dass sie diesen ihren Schnellschuss bereits bereuen.
Worüber wird denn jetzt hier monologisiert? Ganz davon abgesehen, daß mir das Stadtschloß in der Rostocker Straße wichtiger ist als dieser pseudo-originale Barockbunker: Es ist egal, ob Stella oder Braunfels, mit dem historischen Schloß hat das so viel gemein wie eine Spanplatte mit einer Pizza. Man führe sich nur einmal die Werke (und damit auch Bauforschungen) des letzten Stadtschloßkurators, Albert Geyer, zu Gemüte, um dies zu erkennen. Gerade der historisch wichtigste – der älteste – Teil soll nicht wiedererstehen, an dem man so viel Stadtgeschichte und Entwicklungsgeschichte des Schlosses hätte ablesen können, vom schon in wilhelminischer Zeit gekürzten Apothekenflügel ganz zu schweigen. Ein Humboldtforum in zeitgenössischer Architektur wäre allemal ehrlicher gewesen, denn daß sich ein demokratischer Staat ausgerechnet mit den Isignien der Monarchie selbstdarstellen will, ist schon peinlich genug! Und jetzt komme mir keiner mit der Wiederaufbautätigkeit der Polen: Polen war Opfer des von uns angezettelten Krieges und wir wollen nun die Geschichte baulich klittern. Dazu paßt doch, daß Herr Braunfels im Bereich des Tiergartener Kulturforums einen runden Platz vorgeschlagen hat – der von Speer geplante Runde Platz war einen Katzensprung weit davon entfernt. Ohne Herrn Braunfels und seinen Beifallsklatschern auch nur irgendetwas unterstellen zu wollen, aber das ist peinlich!
Ebenfalls aus der Berliner Zeitung:
http://www.berliner-zeitung.de/meinung/leitartikel-zum-berliner-stadtschloss-macht-das-schloss-auf-,10808020,24835138.html
Die Berliner Zeitung meldet, dass Bezirksstadtrat Uli Davids (Jugend, Schule und Sport) zum Ende dieses Jahres zurücktritt.
Oha, das nächste Opfer vom Bürgermeister. Wann muckt die SPD Basis im Bezirk endlich auf ?
An Rané:
Solange es keinen Fraktionszwang zum Aufmucken gibt, wird wohl nicht viel passieren.
An alle:
Nicht vergessen, morgen Volksentscheid für ein sozialeres Berlin:
http://www.berliner-zeitung.de/energietisch/volksentscheid-zum-energietisch-die-strom-revolte,24736472,24879246.html
An H.E.,
bin im Sinne unseres Grundgesetzes gegen jeden Fraktionszwang. Jeder Abgeordnete ist nur seinem eigenen Gewissen verpflichtet.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/streit-um-neugestaltung-des-breitscheidplatzes-erst-der-wasserklops-nun-sollen-die-platanen-weg/9051412.html
Kann nicht zur Abwechslung wenigstens einmal im Jahr aus den Ämtern für Stadtentwicklung eine eigene und gute Idee kommen?
http://www.berliner-zeitung.de/berliner-stadtschloss/interview-zum-berliner-stadtschloss-das-ende-des-kalten-krieges-der-architektur,24905948,24987694.html#
Wenn das Schloss ohne Stella´s „Urnenloggia“ gebaut und dafür das Portal vom Ostflügel entgegen der Historie an den Mittelflügel versetzt werden sollte, werden 99 % der späteren Besucher nichts von dieser geschichtlichen Untreue wissen, aber den offenen Hof mit weitem Blick auf’s Wasser und in die Parkanlage als genial oder gut empfinden.
Wenn das Schloss mit Stella’s „Urnenloggia“ gebaut werden sollte, werden 99 % der Besucher davor stehen und sagen: „Ist das häßlich, was soll diese Betonkiste an dieser Stelle!“
Vielleicht ist ja dann auch mancher Bautheoretiker von SenStadt und Bundesbauamt dabei, der sich voreilig gegen das Weglassen des Ostflügels ausgesprochen hat. Die können sich dann sagen, dass sie mal wieder auf eine der üblichen Animationen mit beleuchteten Fenstern hereingefallen sind.
SenStadt, Bundesbauamt und Bauherr sollten ganz schnell ein Modell mit offenem Hof und samt Spree und gegenüberliegendem Park basteln und sich dann lange davorsetzen. Das hilft sogar völligen Laien, sich eine städtebauliche Situation besser vorzustellen.
Gerade hier auch gilt m. E. Mies van der Rohes Aussage „Weniger ist mehr.“
Meine Meinung: Wir brauchen kein Hohenzollernschloss, weder mit noch ohne Ostflügel.
Fortsetzung zu 29. 279:
http://www.berliner-zeitung.de/berliner-stadtschloss/interview-zum-berliner-stadtschloss-das-ende-des-kalten-krieges-der-architektur,24905948,24987694.html
H.E.: Gerade hier auch gilt m. E. Mies van der Rohes Aussage “Weniger ist mehr.”
Und deshalb müssen wir hier auch keinen so oder so ahistorischen Protzbau diskutieren, der ursprünglich als Unterdrückungsinstrument gegen die Berliner gebaut worden ist!
Wer den Protzbau gerne diskutieren will, kann das bei einer Veranstaltungsreiche „Berlin-Mitte“ der Friedrich-Ebert-Stiftung tun, denn die Stiftung lädt zur Auftaktveranstaltung am 19.11.2013, 19 Uhr ein:
Das Humboldt-Forum wächst jeden Tag ein Stück mehr aus dem Boden heraus. Zahlreiche Debatten werden in der Stadt über die Gestaltung der Berliner Mitte geführt. Wir wollen in unserer dreiteiligen Veranstaltungsreihe zur Berliner Mitte die Aufmerksamkeit auf das, was tatsächlich in dieser Mitte Berlins passiert, lenken und uns gemeinsam mit Akteur_innen vor Ort, in der Gesamtstadt und international über die Gestaltung der Berliner Mitte verständigen.
Wir wollen einen Dialog über die Funktion der Mitte Berlins führen und dem Diskurs eine breite Basis geben, ihn erden. In einem ersten Schritt wollen wir mit Anrainern und Mitwirkenden darüber sprechen, was schon da ist, was bereits geplant ist und in welchen Stufen die Berliner Mitte für die Gesamtstadt weiter entwickelt werden soll.
Folgender Programmablauf und Referenten sind vorgesehen.
19.00 Uhr
Begrüssung
19.05 Uhr
EINFÜHRUNG
für Stadtentwicklung und Umwelt, Berlin
19.40 Uhr
Podiumsgespräch
Mitte
Nachhaltigen Städtebau an der TU Braunschweig, Mitglied
des Mieterbeirats der WBM
Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum
Berlin
21.10 Uhr
Schlusswort
für Stadtentwicklung und Umwelt, Berlin
21.20 Uhr
Empfang
22.30 Uhr
Ende der Veranstaltung
Moderation
Ricarda Pätzold, Technische Universität Berlin
Um Anmeldung per E-Mail bei der Stiftung wird gebeten an forum.hk@fes.de
(Anmeldebestätigungen werden nicht versandt.)
Veranstaltungsort:
Friedrich-Ebert-Stiftung Berlin
Hiroshimastraße 17 // Haus 1 // 10785 Berlin
Herrn Braunfels einzuladen, dazu hat wohl bei der Friedrich-Ebert-Stiftung und bei Frau Direktorin Luscher der Mut gefehlt. Und was will Herr Hanke in dieser Runde, vielleicht mal wieder die Arbeitsplätze verteidigen?
Statt dessen kann man Herrn Braunfels bereits am Montag den 18. um 19 Uhr in einer Diskussion erleben: im Berliner Verlag, Karl-Liebknecht-Str. 29.
Aber inzwischen haben sich ja die beiden großen Berliner Betonparteien sowieso von diesem städtebaulichen Vorschlag verabschiedet. Hätte mich auch gewundert, wenn CDU und SPD mal „heute“ und „morgen“ gedacht und Mut gehabt hätten.
Tja, so vergeigt man eine Jahrhundertchance im Berliner Städtebau !!
Hä? Dieses architektonische Disneyland soll – ob mit „Urnenwand“ oder nicht – eine städtebauliche Jahrhundertchance sein? Sowohl die Sprengung durch Ulbricht und Co. als auch die im Bau befindliche Pseudorekonstruktion sind nichts anderes als (rück-)gebaute Geschichtsklitterung. Wieviel marode Schulen könnte man für die verplemperten Millionen rekonstruieren, aber für Schulen wollte wohl keiner Spenden sammeln? Vielleicht einfach mal in den Beitrag „Hilfsinitiative von GIERSO vor die Tür gesetzt“ reinschauen, um zu sehen, wo ehrenamtliches Engagement sinnvoll ist … Das ist doch der eigentliche Skandal, neben dem Versuch, eines beim Wettbewerb gescheiterten Architekten, sich wieder ins Spiel zu bringen. Aber nicht nur dieser Archtitekt scheint ja eine merkwürdige Weltsicht zu haben …
Wenn Du verstehen würdest, dass es in der ganzen Diskussion nicht vorwiegend um das Schloss sondern um den Städtebau für den gesamten Bereich zwischen Schloss, Rotem Rathaus und Fernsehturm geht, könntest Du Dir Deine Architekten-Hetze sparen.
Und wenn Dir das Schloss und seine Fassaden nicht gefallen, dann solltest Du die Bauherren beschimpfen. Die haben nämlich den Wettbewerb ausgelobt und Herrn Stella den 1. Preis und den Auftrag für die derzeit entstehende Fassung gegeben. Leider haben die Bauherren (Politik und Verwaltung) dabei nur an das Schloss und nicht auch an die Stadt auf der anderen Seite der Spree gedacht.
Das Schloss kann man nicht mehr verhindern, sehr wohl kann man aber die dadurch entstehende städtebauliche Situation verbessern. Genau das ist das Anliegen von Herrn Braunfels.
Und wie paßt ein barocker Schloßhof zum (bis auf das Rote Rathaus) modernen Marx-Engels-Forum? Die Absicht hinter der modernen Fassade war ja wohl auch das Eingehen auf den Nachkriegsneubau im beschriebenen Bereich. Der Vorschlag von Herrn Braunfels kommt Jahre zu spät und erreicht bei mir nur noch den Eindruck des Sich-wichtig-machens.
Im Übrigen hilft Lesen manchmal ungemein: Indem ich u. a. auch Ulbricht für den Abriß des echten Schlosses krititsiert habe, kann ich ja wohl kaum nur Architektenschelte betrieben haben, sondern ich habe die verschiedenen Bauherren miteinbezogen. Der Städtebau in diesem Bereich bezieht sich leider auch in weiten Teilen nur auf eine „kritische Rekonstruktion“, also auf den Wiederaufbau einer Art heilen Welt in modernen Fassadenformen (sieht man sich die Vorschläge an für Molkenmarkt und Jüdenhof oder auch die Ideen, das Marx-Engels-Forum wieder zuzuklotzen), in der der Nachkriegsneubau der DDR nicht sein darf, weil die DDR an sich nie stattgefunden haben darf. Und weil man nebenbei den Hunger der Investoren nach Immobilien in Toplagen mit erzielbaren Toppreisen stillen und gleichzeitig architektonisch verbrämen kann. Eben gebaute Geschichtsklitterung, gepaart mit Kapitalververtungsinteressen.
Wie schon zu Anfang gesagt: Mir ist das Stadtschloß in der Rostocker Straße 32 wichtiger als der Protzbunker am Marx-Engels-Forum, denn hier findet Statdtteilarbeit statt!
Gestern, Montag, war im Berliner Verlag eine Diskussion zum Berliner Schloss – Humboldt-Forum. Drei Dinge wurden deutlich:
1. Die Bauherren werden einen Jahrhundertfehler machen, wenn sie die von Stefan Braunfels aufgezeigte Chance für einen neuen Städtebau zwischen Forum und Fernsehturm nicht wahrnehmen.
2. Die Bauherren haben bei der Auslobung des Wettbewerbs für dieses Bauvorhaben im Zentrum Berlins den Städtebau vernachlässigt und dessen politische Bedeutung an dieser Stelle unterschätzt.
3. Die Bürgerbeteiligung bei der Entscheidung für die zur Zeit geplante Fassung war völlig unzureichend. Man hat zwar der Rechtsform Genüge getan, aber die Bürger nicht der großen Aufgabe angemessen an den Entscheidungen beteiligt.
Mit dem letzten Punkt schließt sich der Kreis. Wir sollten uns das für jede in Moabit anstehende bauliche Entscheidung merken und entsprechend gegensteuern.
Und zu 287 von prolet:
Deine Frage: „Wie paßt ein barocker Schloßhof zu einem modernen Marx-Engels-Forum?“.
Meine Gegenfrage: Wie paßt in der Rostocker Straße die Roaring-Fiftys-Bibliothek zum Moabiter Stadtschloß?
Wie schon zu Anfang gesagt: Mir ist das Stadtschloß in der Rostocker Straße 32 wichtiger als der Protzbunker am Marx-Engels-Forum, DENN HIER FINDET STADTTEILARBEIT STATT! Und eine luftige Fassade, die den Geist von Licht, Luft und Sonne verkörpert und dennoch gegenüber dem Rektorenwohnhaus nicht „auftrumpft“, finde ich allemal besser als eine Pseudorekonstruktion, die die Zeit des Absolutismus, also der absoluten Demokratiefeindlichkeit, verherrlicht (ganz nebenbei: Wenn der Rohbau steht, wird auch der Barockbau wie eine „Urnenwand“ aussehen, solange der barocke Tinnef noch nicht dran ist).
http://www.berliner-zeitung.de/east-side-gallery/mauer-an-der-spree-east-side-gallery–umstrittenes-bauprojekt-waechst,21998376,25087292.html
Wer von den (Berliner) Königen und/oder in der Verwaltung dieses Projekt zugelassen hat und weiter zuläßt, müßte sofort im hohen Bogen rausfliegen.
http://www.tagesspiegel.de/meinung/streit-ums-tempelhofer-feld-wachsender-unmut/9143694.html
Wenn Wowereit & Co so weitermachen, könnte es durchaus sein, dass das Tempelhofer Feld in naher Zukunft der Gezi-Park Berlins wird. Unendlich viele Berliner haben jetzt schon die Nase voll von der „Von-oben-herab-Methode“ der Berliner Bauverwaltung.
Das Formular für den Volksentscheid kann man übrigens bei „100 % Tempelhofer Feld“ herunterladen.
Hierzu gehört übrigens auch:
Die auf dem Tempelhofer Feld geplante Landeszentralbibliothek soll mit 50.000 m² Nutzfläche 270 Millionen EUR kosten.
Das Berliner Schloss soll mit 55.000 m² Nutzfläche (derzeit) 620 Millionen kosten. Wenn man die als Spenden angekündigten 80 Millionen für die Schnörkelfassaden abzieht, bleiben 540 Millionen EUR.
Das heißt: Die Landeszentralbibliothek wird fast genauso groß wie das Schloss, soll aber nur genau die Hälfte vom Schloss kosten. Wie soll das gehen??
Kaum hat man den Gedanken ausgesprochen, schon beginnt es:
http://www.tagesspiegel.de/berlin/streit-um-randbebauung-auf-dem-tempelhofer-feld-flog-der-erste-stein/9143992.html
Den ersten Stein, geworfen durch irgendeinen Schwachmaten aus der „Szene“, die der Meinung ist, daß nur sie die alleinige Wahrheit verträte, als Auftakt eines breiten Protestes zu bewerten, geht an der Wirklichkeit vorbei. Vergleiche mit dem Gezi-Park, Brokdorf oder Stuttgart 21 zeigen doch mehr als deutlich die Verbohrtheit der Besserwisser. Nach der Berliner Zeitung von heute nimmt die Zustimmung für eine Randbebauung deutlich zu und liegt derzeit bei 59% der Bevölkerung. Dies zeigen auch die im verlinkten Tagesspiegelartikel gezeigten Kommentare zum Artikel. Die Ränder des Feldes im Westen und Süden zu bebauen – so wie in den kürzlich ausliegenden B-Planentwürfen gezeigt – ist angesichts der guten vorhandenen Verkehrserschließung mehr als sinnvoll. Stadt ist nun einmal Stadt – vorne Ku´Damm und hinten die Weite der Taiga zusammen gehen nun einmal nicht!
Woher hast Du denn die Weisheit, zu behaupten, dass es sinnvoll ist, die Ränder zu bebauen? Und Kommentare , die genau das Gegenteil von den von Dir zitierten sagen, gibt es auch in Hülle und Fülle. Und wenn Du den Artikel genau gelesen hättest, hätt’ste auch gesehen, dass die „59 % der Bevölkerung“ 59 % von insgesamt 1001 befragten Berlinern sind.
Außerordentlich repräsentativ! Da haben doch wohl die Märchen aus 1000 und 1 Nacht mehr Aussagekraft ?!
Und woher hast Du die Weisheit, daß es falsch wäre, eine durch den ÖV gut erschlossene Fläche mit „sozialem Wohnungsbau“ zu bebauen? Warum nicht auch dort ein autofreies Wohngebietes anstreben? Der Flughafen ist nun mal ein Flughafen und keine gewachsene Grünanlage. Aber Hauptsache, man ist dagegen. In der dichtbebauten Innenstadt die Spielplätze beseitigen, damit die heilige grüne Wiese in Tempelhof zu hundert Prozent unbebaut sein darf – besser kann man Ignoranz nicht zeigen und so ähnlich („Baulücken“) hatte es auch die BI schon verlauten lassen!
@ prolet
Ganz schön naiv, bei einer Wohnbebauung auf dem Tempelhofer Feld an ein autofreies Gebiet zu glauben. Und falls Du es noch nicht bemerkt haben solltest: Ein Flughafen ist das „Feld“ schon lange nicht mehr.
Hier ist ja auch schon weiter oben über das Schloss diskutiert worden. Hier gibt es einen netten Film über den Rückbau:
http://www.humboldt21.de/FASSADENCHECK.html
Ergebnis der Umfrage in der Berliner Zeitung:
Welcher Entwurf für das Berliner Stadtschloss ist besser?
36% Mit Ostflügel
64% Ohne Ostflügel
Die Berliner Bauexperten SenStadtSenator Müller (SPD) und Senatsbaudirektorin Lüscher gehören zu den 36 %.
Seyran Ates und Sabine Smentek kandidieren für den Stadtratsposten Jugend, Schule, Sport und Facility Management des zurückgetretenen Ulli Davids:
http://www.berliner-woche.de/nachrichten/bezirk-mitte/artikel/31726-anwaeltin-und-spd-wirtschaftsfachfrau-kandidieren-fuer-stadtratwahl/
http://www.tagesspiegel.de/berlin/ein-berliner-platz-fuer-den-freiheitskaempfer-der-platz-vor-dem-schloss-soll-nach-nelson-mandela-benannt-werden/9200170.html
Vielleicht sollte man mal die Berliner fragen, die wollen nämlich in der Regel heute nicht mehr das, was Politiker gut finden.